Australiens Ostküste – Noosa, Bundaberg, Cape Hillsborough und eigentlich auch die Whitsunday Islands

Und auf geht’s, wieder raus in die Natur! Dachten wir zumindest…Noosa Heads stellten wir uns vor wie ein kleines, verschlafenes Nest, dass zufälligerweise auch noch neben einem der angeblich schönsten Nationalparks der ganzen Ostküste liegt. Leider entpuppte sich der Ort als ein völlig überlaufenes Dorf voller Surferboys und Wochenendurlauber aus Brisbane und man konnte vor lauter Stau nicht mal richtig hineinfahren in den Ort. Wenn wir ehrlich sind ist unser Bedarf an Städtchen voller Barbies und Kens auch langsam gedeckt, ach was sag ich wir haben die Schnauze voll…irgendwie waren uns die nicht so aufs Äußere fixierte Menschen an der Westküste lieber.
Nun ja, den berühmten Coastal Walk, ein Weg entlang der Steilküste, wanderten wir natürlich trotzdem ab, auch wenn der Treck wegen den Massen teilweise eher einem Hindernisparcour glich. Wir fühlten uns auf jeden Fall schon sehr sportlich so eine 12 Kilometer-Wanderung bei 35 Grad zu unternehmen, aber wer einen wahren Ken-Körper haben will, der rennt diesen Weg! Wenn möglich noch mit Surfbrett unterm Arm, kommt cooler!
Tags darauf entflohen wir in die nahegelegenen Noosa Everglades, einigen nebeneinander liegenden Seen, die in der Mitte gerade mal ein Meter fünfzig tief sind. Hier waren wir aber mal so richtig sportlich! Unfreiwillig…? Mit dem Kayak ruderten wir quer über den Größten der Seen um zu einem Fluß zu gelangen, der die einzelnen Wassserflächen miteinander verbindet. Locker flockig meisterten wir noch gutgelaunt den Hinweg und erholten unsere Arme auf einem kleinen Zeltplatz mitten im Nirgendwo. Doch dann kam der Rückweg.. wir hatten wegen des Rückenwindes auf der Hinfahrt ja schon mit erschwerten Bedingungen gerechnet, aber leider pustete uns nun noch eine deutlich steifere Brise ins Gesicht und die hohen Wellen machten es nicht besser. Solche Schmerzen! ?
Aber es nützte ja nichts, wir mussten zurück und so kamen wir nach 20 Kilometern und fast 5 Stunden Dauerpaddeln völlig erledigt an unserem Ausgangspunkt an.
Ich weiß nicht, vielleicht sollten wir es einfach lassen mit den Booten ?

Den nächsten Tag ließen wir erstmal gaaanz langsam angehen, obwohl wir seltsamerweise weniger Muskelkater hatten als erwartet, und fuhren dann weiter nach Bundaberg. Hier kann man nämlich in der Zeit von November bis März nachts Schildkröten bei der Eiablage und/oder den kleinen Schildkrötenbabys beim Schlüpfen zuschauen. Wir waren eigentlich zur perfekten Zeit zugegen, da im Februar sowohl ein paar Nachzügler-Muttis noch Eier ablegten als auch schon einige Babys bereit waren sich aus dem Nest zu buddeln und ins Meer zu stürzen. Dies wird natürlich streng kontrolliert und bewacht, die Touristen werden je nach Buchungsdatum in Gruppen eingeteilt und dann nach und nach, je nachdem wann sich eine Schildkröte in groß oder klein blicken lässt, an den Strand geführt.
Ihr ahnt es schon? ? Ja, wir waren natürlich wieder etwas spät dran mit unserer Buchung und fanden uns in Gruppe 4 von 5 wieder. Wir warteten also ab 7 Uhr abends, dass sich am Strand etwas tut und bis Gruppe 3 zählte man auch noch zu den Glücklichen den Frischgeschlüpften bei ihrem ersten Gang ins Meer zuschauen zu können. Leider wollte sich danach nicht mehr so recht was tun und gegen halb 11 wurde dann für die übrigen Gruppen beschlossen lediglich die bereits verlassenen Nester noch nach Nachzüglern auszubuddeln, um ihnen ins Meer zu verhelfen. Meist ein sinnloses Unterfangen, da Mutter Natur schon mit Bedacht diese erste Hürde im Leben der gepanzerten Tiere eingebaut hat. In dem uns zugewiesenen Nest fanden wir dann tatsächlich auch nur eine tote Winzlings-Schildkröte und zwei ihrer viel zu kleinen Geschwister, die immer noch mit dem Sand kämpften. Die Ranger schubsten die Beiden also ins Meer mit dem Wissen, dass ein Überleben der nächsten Tage fast unmöglich ist…nur eines von tausend der lebenden Reptilien kehrt nach dreißig Jahren an den Strand zurück, um das erste Mal Eier abzulegen.

Ja irgendwie läuft es nicht so bei uns im Moment, aber solche Phasen hatten wir ja nun schon des Öfteren.

Nach der sehr kurzen Übernachtung auf einem Parkplatz brachen wir auf, um unseren ersten langen Fahrtag hier an der Ostküste zu bewältigen; die einzelnen Orte bisher waren nicht wirklich weit voneinander entfernt gewesen. In der Hoffnung doch noch etwas australisches Viechzeug vor die Linse zu bekommen, steuerten wir Cape Hillsborough an, dort soll man morgens viele Känguruhs am Strand antreffen. Auf der Fahrt verwandelte sich die Landschaft allmählich wieder in das Australien, wie wir es kannten: kilometerlange Einöde mit nur kleinen Dörfchen gespickt, auch der Campingplatz lag mitten im Nichts. Nachts kam dann ein dicker Sturm auf und Köört wurde so doll hin und her geschaukelt, dass einem ganz schön Angst und Bange wurde. Gut, dass wir in diesem Moment nicht wussten, dass zwei Stellplätze weiter ein ganzer Baum umkippte und überall dicke Äste durch die Gegend flogen. Dabei hatten wir wirklich unglaubliches Glück: Wir sind am Abend wegen unseres immer zu kurzen Stromkabels noch einen Stellplatz nach rechts umgezogen, wären wir nach links umgesiedelt, wäre Köört jetzt im Auto-Krankenhaus oder noch wahrscheinlicher auf dem Friedhof *schweiss-von-der-Stirn-wisch*
Nun ja, wenden wir uns heitereren Dingen zu: Kängurus! Pünktlich zum Sonnenaufgang hatte der Sturm sich gelegt und wie jeden Morgen versammelten sich ungefähr zehn Wallabys und zwei von den großen Kängurus am Strand und knusperten an angeschwemmten Holz. Eines der Beuteltiere zog eine richtige Show für uns Besucher ab ? Es kam bis auf ein paar Zentimeter an uns heran und kratzte sich auf alle erdenklich lustigen Weisen, auch an seinen Geschlechtsteilen. Danach machte es in aller Seelenruhe noch groß und klein und hoppelte dann wieder glücklich davon. Diese Tierchen sind wirklich drollig und sollte ich mir nicht irgendwann mal ein Alpaka ins Haus holen, dann wird es ganz sicher ein Känguru ?
Noch am selben Tag meisterten wir den Katzensprung nach Airlie Beach, wo zwei Tage später unsere Segeltour zu den Whitsunday Islands starten sollte. In der Nacht vor dem geplanten Ausflug und auch noch am Morgen regnete es allerdings aus Eimern und ein Gewitter wechselte sich mit dem nächsten ab, so dass am Ableger beschlossen wurde die Tour zu canceln. Gottseidank! Es regnete nämlich noch fast den gesamten Tag weiter… Und nun harren wir gerade bis morgen/Sonntag hier in Airlie Beach aus, denn dann soll sich das Wetter bessern. Mehr zu den traumhaften Inseln aus weißem Sand also hoffentlich im nächsten Beitrag.
Da wir nun zwei Tage in unserem Van verbrachten, hatten wir endlich Zeit das Video aus den Blue Mountains fertig zu stellen und die letzten Flüge dieser Reise zu buchen ?
Am 12.04.2018 werden wir wieder deutschen Boden betreten, aber davor gönnen wir es uns noch einmal richtig! Nach Neuseeland geht es noch ein paar Tage auf die Cook Islands: – Klick –
Goil!???

Ein Tag in den Blue Mountains mit Outandabout YouTube play

 

8 thoughts on “Australiens Ostküste – Noosa, Bundaberg, Cape Hillsborough und eigentlich auch die Whitsunday Islands

  1. Hallo ihr, falls ihr auch auf der Südinsel Neuseelands unterwegs seid und zufällig durch Nelson (liegt im Norden) fahrt, könnt ihr gern bei Arne Hinz (meinem früheren Freund, der Seemann) auf einen Kaffee vorbei schauen. Er ist ja ausgewandert, lebt jetzt seit vielen Jahren dort mit seiner Freundin Kati, hat zwei Kinder Emily 16 und Lennard 13. Die haben bestimmt gute Auswanderungstipps…. falls ihr es mal vorhabt…

    LG Kirsten

  2. Das ist ja wieder ein schönes Filmchen und wundervolle Bilder. Super, die Tiere in der freien Natur zu beobachten und ich liebe „Skippy „, das Känguru. ? LG. Marion

  3. Denkt bloß nicht dran auszuwandern!
    Und Cook Islands -total hässlich!
    Bitte setzt keinen Fuß mehr in irgendwelche Boote. Dass das Wetter den segeltripp gesprengt hat, war ein zeichnen von oben!

    • Du hast so recht. Wie konnten wir nur darauf kommen die Cook Islands könnte uns gefallen ?? Und mit den Booten, wir konnten gestern doch fahren, nur leider nicht segeln. Immerhin kein Dauerregen ?? Grüß ausm Köört

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