Australiens Westküste Teil 1

Meine Herren! Was war das für eine Anreise! In den 5. Flieger musste mich Jannis dann doch fast schieben… Nach dem dritten Flughafen machte sich dann auch langsam leichte Verwirrung breit und die Überschreitung der Datumsgrenze trägt ihren Teil dazu bei. Mittwoch Nacht startete nämlich der 15 stündige Flug von LA nach Hongkong und wir kamen dort Freitag Morgen an, schon ein bisschen Gaga ?
Aber auch diese Tortur hatte sein Spannendes, Hongkong und seine Vororte von oben sind schon echt krass, ein Hochhaus reiht sich an das Nächste!
In Perth angekommen hatten wir dann erstmal einen kleinen Kulturschock ? Alles ist wieder sehr europäisch oder besser gesagt sehr Englisch, diese vielen kleinen Häuschen könnten auch in einem Vorort Londons stehen. Die dazu passenden 17 Grad Außentemperatur und Nieselregen waren für uns nach wochenlangen heißen Temperaturen sogar mal ganz angenehm, man ist doch wesentlich aktiver wenn einem nicht bei jedem Schritt der Schweiß ausbricht. Was uns aber am meisten überrascht hat, ist diese Stille und die wenigen Menschen auf der Straße! Eine der größten Unterschiede Südamerikas zu Deutschland und anscheinend auch Australien ist, dass das Leben auf der Straße stattfindet. In einem kleinen Dorf in Kolumbien zum Beispiel ist uns das extrem aufgefallen. Während bei uns in einem 900 Seelen-Ort um sechs die Bürgersteige hochgeklappt werden und keiner mehr zu sehen ist, stellt man in Kolumbien einen Stuhl vor die Tür und unterhält sich mit Passanten und Nachbarn; schöne Angewohnheit!
Hierher mitgebracht haben wir auch einen kleinen Spanisch-Schaden, man muss sich unglaublich zusammen reißen, dass einem nicht ständig ¡Hola! und ¡Gracias! herausrutscht. Wenn man was fragen möchte, legt man sich im Geiste auch immer noch einen Satz in Spanisch zurecht und das führt dazu, dass der arme Aussie manchmal ziemlichen Kauderwelsch zu hören bekommt.

Nach zwei Tagen in der Stadt holten wir unser neues, schnittiges Gefährt ab, ein kleiner weißer Camper-Bus namens Bert (Böört). Mit ihm fuhren wir ins Hinterland zu Jannis‘ Gastfamilie seines Work-and-Travel-Jahres 2009 und wurden auf der Farm sehr herzlich empfangen. Hier durften wir Schafe füttern, Lämmchen streicheln und lange Spaziergänge mitten im Nirgendwo machen. Ist schon krass wie weitläufig das Land hier ist, vom Supermarkt trennen einen ganze 60 km und bis zur nächsten Stadt muss man 180 km zurücklegen und das geht in anderen Teilen Australiens noch viel krasser. An einem Tag fuhren wir von der Farm aus in die nahegelegenen „Berge“ um mal wieder ein bisschen kraxeln zu gehen. Da das Land ansonsten so flach ist, hatte man selbst von diesen Hügeln einen unglaublichen Blick in die Ferne!
An einem anderen Tag fuhren wir in die Küstenstadt Albany und schauten uns dort die vielen menschenleeren Buchten und die Steilküste an. In einer dieser Buchten konnten wir sogar einen Wal beobachten ?
Nach fünf tollen Tagen bei Murray und Adrianne machten wir uns gut ausgestattet mit Gemüse, Müsli und Adriannes halber Teesammlung auf den Weg Richtung Norden. Ein kurzer Halt in Perth bescherte uns einen neuen, technischen Reisebegleiter: Wir legten uns die neue Drohne DJI Spark zu, damit ihr unsere Hackfressen zukünftig auch von oben sehen könnt ?
Unser erster Stopp für die Nacht war Nahe Cervantes ein verstecktes Plätzchen im Dickicht. So konnten wir nämlich schon früh morgens in den Pinnacle Nationalpark, um dort noch ohne Massenandrang die abertausenden Steinstatuen bewundern zu können. In dieser bizarren Landschaft fühlt man sich wie auf einem anderen Stern, überall zeigen die Gesteinsformationen gen Himmel und manchmal türmen sich die Dünen wie in der Wüste meterweit auf. Dazwischen sah man immer mal wieder eines dieser süßen Emus davon flitzen. Auch am Straßenrand sieht man sie häufig stehen, dort liegen aber leider auch sehr viele tote Kängurus herum. Einmal lag auf dem Mittelstreifen eine tote Känguru-Mutter und daneben ihr Baby, dass wohl aus dem Beutel geschleudert wurde ? Man bekommt auf jeden Fall mehr tote als lebendige „Roos“ zu Gesicht..
Schon am nächsten Morgen ging die Fahrt weiter nach Kalbarri und seinen wunderschönen Klippen an der Küste. Leider war die schönste Wanderroute im nahegelegenen Nationalpark momentan geschlossen und so hielt es uns auch hier nur eine Nacht. Weiter ging die Reise Richtung Norden Nahe Denham, hier soll es nämlich direkt am Strand Delfine geben, die man füttern kann. Aber dazu bald mehr! ??

14 thoughts on “Australiens Westküste Teil 1

  1. Hallo ihr Beiden Frisch-Aussies!
    Welch ein genialer Blogbeitrag! Ja, Adrianne und Murray sind wirklich liebenswert und toll. Jannis, da hast du dich sicher wieder wie im zweiten Zuhause gefühlt. Die Bilder sind ja grandios und teilweise so anders wie damals. Eine tolle lLandschaft an der Westküste! Und endlich mal „Berge“ 🙂 Bin gespannt auf die Fotos vom Überflieger.
    Viel Spaß im Aussieland
    Horst

  2. Oh, was für ein schöner Blog! Und auf jeden Fall heißersehnt!! Wunderbare Bilder, und ich fühle mich auch ein bissel in 2009 versetzt, es kommt mir alles so heimelig und bekannt vor…;-) Liebe Grüße nach Australien und weiterhin eine gute Fahrt!

    • In unserem Böört ist es auch heimelig, endlich wieder mal sowas wie ein Zuhause ? Blöd nur, dass wir jetzt schon die Windschutzscheibe geschrottet haben… ? Grüße nach HH

  3. Hallo Ihr zwei Weltenbummeler,
    ja , ich habe schon (sehn)süchtig auf euren neuen Beitrag gewartet und
    bin nicht enttäuscht worden. Wieder super Bilder und schön, daß ihr
    Hamburg nicht vergessen habt (Foto mit Hafen) .
    Wir haben gerade mal wieder typisches Hamburger Schietwetter und
    hoffen ……
    Samstag steigt unsere Gartenparty, wies aussieht mit Gummistiefeln und
    Regenjacke. Ist ja auch irgendwie schön …..
    Euch beiden noch eine wunderschöne Zeit mit Bööört, und ich freue mich schon auf euren nächsten Beitrag.
    Lg Marion

    • Ach dann wünschen wir euch ganz viel Glück fürs Wetter! Hatten zwischendurch auch mal ziemlich kühle Temperaturen auf der Farm, so um die 10 Grad, brrr! Liebe Grüße

    • Nix Uto, wir brauchen doch soziale Kontakte! Sind aber im Moment auf einem Campingplatz voller Schein-Toter, ist also auch ziemlich einsam. Aber hey, dafür ist morgen Abend Bingo-Abend! ?

  4. Jetzt habt ihr es geschafft, bei mir seit einiger Zeit ganz schreckliches Fernweh auszulösen ?
    Ich will auch wieder nach Australien!!!
    Aber mich freut es natürlich für euch…lasst es euch weiter gut gehen

    • Ja ihr seid auch schon wieder viel zu lange zu Hause ? Wir haben hier leider nur vier Wochen, aber überlegen schon vielleicht nach Asien nochmal wieder zu kommen ? Mal sehen wie es dann mit dem Geld ausschaut.. Lg nach Dresden

    • Hey! Hätten gar nicht gedacht, dass ihr noch manchmal lest, Freut uns! Australien ist echt Mega, wenn es nur ein bisschen günstiger wäre.. ? Liebe Grüße nach HH

  5. Hallo Sabrina und Jannis ich bin ein heimlicher Mitleser eurer tollen Berichte. Wenn ich 50 Jahre jünger wàre wäre ichauch unterwegs. Ich bin gerade bei Haya. Almut ist auch hier und wir quatschen über euch. Viel Spaß weiterhin. Rena

    • Huhu Rena! Freut uns das dir die Berichte gefallen! Und mit deinem Alter lässt es sich doch noch ganz wunderbar verreisen, gerade da du ja noch sehr fit bist! ? Aber so lange Flüge sind selbst in unserem, ja nun auch nicht mehr soo jungem Alter, zum abgewöhnen ? In Südamerika haben wir uns das ein oder andere Mal auf eines der großen Kreuzfahrtschiffe gewünscht… Nicht jeden Abend Kochen, alle zwei Tage Hotel und Betten wechseln ? aber wir haben es uns ja so ausgesucht gell! Liebe Grüße ausm Auto

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