La Paz

Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht standen wir viel zu früh vor unserem vermeintlichen Hotel. Unser Taxifahrer klingelte ohne zu zögern am Tor, unser Herbergsvater machte verquollen die Tür auf und wir durften uns, bis unser Zimmer fertig war, auf der Couch ausruhen. Unser Gastgeber war uns am Anfang sehr unheimlich. Er lief die meiste Zeit in einer grauen Kutte durch die Gegend, was ihn mit seinem langem schwarzen Bart den tiefliegenden Augen und seinem gelegentlichen Accessoire (einem 30cm langem Kochmesser) aussehen ließ wie ein Anhänger der Taliban. In den kommenden zwei Tagen machte Sabrina La Paz auf eigene Faust unsicher, da ich mir in dem laut Tripadvisor auf Platz 1 liegenden Asiatischen Restaurant in La Paz eine Lebensmittelvergiftung eingehandelt hatte. Sie besuchte das Coca-Museum, den Hexenmarkt mit seinen Lama/Alpaka-Föten, Aussichtspunkte und Plätze voller Tauben. Außerdem stand ihre erste Blutuntersuchung an, alles dazu könnt ihr in dem Update unter Reisen mit Rheuma lesen.
Nachdem ich das schlimmste überstanden hatte, besuchten wir gemeinsam das Valle de la Luna, in dem man, wie der Name schon sagt, durch eine Mondlandschaft wandern kann, die durch  jahrelange Erosionen und extreme Wetterbedingungen entstanden ist.
Das wohl Spektakulärste in La Paz ist jedoch der Teleférico, der mit  mehreren Seilbahnen das im Tal gelegene Zentrum mit denen am Hang gelegenen Wohnvierteln verbindet. Immerhin gibt es in La Paz Höhenunterschiede von bis zu 1000m, durch die Seilbahnen wird der frühere Fußweg von 1,5 Std auf 10min reduziert. Und das zu einem absolut fairen Preis von 40Cent pro Fahrt. Von der höchstgelegenen Station kann man dann ganz La Paz überblicken, man kann sich gar nicht satt sehen… Es gibt einfach so viel zu entdecken. Und das gilt auch für die Stadt selber, in La Paz kann man einfach super viel unternehmen! So das man mit 1-3 Tagen auf keinen Fall alles erkunden und unternehmen kann was diese Stadt und seine Umgebung zu bieten haben. Wir hatten auch trotz der vielen Warnungen bezüglich der Sicherheit niemals ein ungutes Gefühl und haben La Paz auf jeden Fall lieb gewonnen!

Gestern haben wir uns dann noch todesmutig die gefährlichste Straße der Welt, die Deathroad, mit einem Mountainbike hinunter gestürzt. Das war der absolute Hammer! (Anmerkung von Sabrina: Ich musste an dem Tag oft an dich denken Krischten, das wär genau deins gewesen! Wo es dir doch auch erst Spaß macht, wenn du mit einem Bein im Grab stehst :-)) Beginnend bei 4650m Höhe, Temperaturen von unter 10 °C, Nebel und Regen durchfährt man mehrere Klimazonen bis man schließlich bei 1200m in einem dichten tropenartigen Dschungel mit Sonnenschein und schönstem Badewetter und Naturpool ankommt.
Wie der Name schon sagt, ist die Deathroad nicht ungefährlich und nicht weniger anspruchsvoll. Doch nach den ersten Passagen begannen wir langsam ein Gefühl für die Schotterpiste und Bikes zu bekommen, so dass wir doch den einen oder anderen Blick in die atemberaubende Landschaft werfen konnten. Am liebsten wären wir am Ende im Dschungel geblieben, die Höhe und seine doch sehr kalten Temperaturen gehen uns langsam wirklich aufn Keks… so dass wir uns extrem nach Palmen, Stränden, Sonnenschein und Hitze!!! sehnen! Heute gehts aber erstmal nach Copacabana und seinem Titicacasee, dazu aber später mehr.

4 thoughts on “La Paz

  1. Servus,
    hab mal einen Fernsehbericht über diese Fahrradtour gesehen und mir gedacht, dass mich das sehr reizen würde ☺️Waren auch Angstmomente dabei? Habt ihr noch rausgefunden, warum der Herbergsvater so unheimlich rumläuft? Bin gespannt auf die nächsten Beiträge, seid bitte weiter so fleißig. Stürze mich gleich in das Abenteuer Spätdienst. ?LG

    • Ja auf jeden Fall. Man musste ja links am Abgrund fahren um den Gegenverkehr sehen zu können. Da denkt man schon manchmal „eine falsche Bewegung und du liegst da unten“. Denke der Herbergsvater war einfach nur Moslem und hat gern gekocht ? einen erträglichen Spätdienst dir! Lg

  2. Hi ihr zwei,
    das sind ja wieder tolle Fotos und sicher ein aufregendes Erlebnis auf der Deathroad.
    Der Naturpool war da sicher eine willkommende Abwechslung.
    @Jannis : Schön das es dir wieder besser geht. So kann man sich auf die Bewertungen
    im Netz verlassen.
    @ Sabrina: Klar hast du Bier in der Kühltasche, schön in Spritzen portioniert und intravenös
    verabreicht, der Wirkung wegen:).
    Übrigens die Ohrpuschel der Lamas dienen zur Kennung der einzelnen Besitzer.
    Hier in Hamburg sind allmählich die Krokusfelder erwacht und der Frühling hält langsam Einzug
    euch noch viel Spass und gebt acht auf euch. Lg. Maaajooon

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