Laos – Vientiane, Vang Vieng und Luang Prabang

Herzallerliebste Leser, nein, wir sind nicht verstorben…wir waren einfach schwer beschäftigt mit der weiteren Planung der Reise, buchen von Flügen und beantragen von Visa. Hui, manchmal ist so ein Reise-Alltag anstrengender als der Job als Bürostuhl-Akrobat. Ganz nebenbei haben wir uns aber auch noch Laos angeschaut ? Dazu jetzt erst einmal mehr…

Irgendwie dachten wir Laos wäre Vietnam sehr ähnlich und der Unterschied bis auf die Währung kaum spürbar… Falsch gedacht! Die Hauptstadt Vientiane ist für uns nach zwei Monaten Vietnam eine ganz andere Welt: von den tausenden Rollern und Mopeds sind nur wenige übrig geblieben, die sonst so von Einheimischen belebten Straßen sind viel ruhiger und oft menschenleer und man bekommt nicht mehr so viel für sein Geld. Wir nennen das das Kambodscha-Phänomen: als wir vor Jahren von Thailand nach Kambodscha einreisten, dachten wir, dass aufgrund der größeren Armut der Bevölkerung nun hier die Preise auch deutlich sinken müssten. Aber nix da! Kambodscha war eine ganze Ecke teurer! Genauso erging es uns bei dem Wechsel von Bali zur Nachbarinsel Lombok und nun also auch hier ?Gottseidank änderte sich unser erster Eindruck im deutlich billigeren und belebteren Vang Vieng wieder ein bisschen, trotzdem wurden wir anfangs nicht so richtig warm mit Laos.

In Vientiane gab es außer ein paar Tempeln und ein Zentrum für Kriegsinvaliden nicht viel zu sehen und so reisten wir bereits nach zwei Tagen weiter. Per Bus! Das erste Mal wieder seit Südamerika! Und es startete gleich nach South-American-Style: Nach der Hälfte der Strecke verabschiedete sich ein Stoßdämpfer ? Keine Ahnung wie sie es schafften mit einem Kabelbinder Abhilfe zu schaffen, aber nach wenigen Minuten konnten wir weiter fahren.
Noch bis vor wenigen Jahren war das Dorf Vang Vieng ein berühmt-berüchtigter Party-Ort und Drogenumschlagplatz. Auch heute noch wird hier wirklich alles dafür getan, dass man niemals nüchtern sein muss: Bars entlang des Flusses, um den Durst beim Tubing oder Kayak fahren zu löschen und im Dorf gibt’s Happy Hour den ganzen Tag. Die eine oder andere Bar wirbt auch immer noch mit den lustigen Mushroom-Cocktails ? Ansonsten ist der Ort eher zu einem Abenteuerspielplatz für Erwachsene geworden, von Wildwasser-Rafting über Klettern bis zu Höhlen erkunden gibt es einfach alles.
Wir hatten also die Qual der Wahl und entschieden uns den ersten Tag für Kayak fahren. Ok, es war eher Kajak treiben lassen…da die Strömung im Fluss so stark war, musste man nur äußerst selten das Paddel schwingen. Da Vang Vieng wieder einmal zwischen unseren geliebten Karstbergen liegt, gibt es hier natürlich auch unzählige….?!
Na?!…
Richtig! Höhlen natürlich!
Wir suchten uns tags darauf zwei etwas abgelegenere aus, die mit dem Roller erreichbar waren. Im Gegensatz zu den Höhlen von Phong Nha gibt es hier keine Beleuchtung oder Gehwege, man sucht sich den Weg selbst mit Hilfe einer Stirnlampe. Schon nach wenigen Metern war es bis auf den Lichtkegel stockfinster um einen herum! Die erste Höhle führte ziemlich tief in den Berg hinein, während die zweite sehr verwinkelt und deswegen sogar noch unheimlicher war. Zu unserem Glück war während unserer Höhlenforschungen niemand anderes zugegen…oder etwa doch? ? Es gibt zumindest Gerüchte über verschollene Personen, deren Taschenlampen-Batterien schlapp gemacht haben. Wir fanden in Höhle Nummer zwei zwar keine Skelette, dafür aber in einem ganz entlegenen Teil einen Roller-Schlüssel ? Wieder im Tageslicht entdeckten wir auch den dazugehörigen Roller, nur vom Besitzer fehlte jede Spur. Da in der Zwischenzeit noch eine Deutsche vor den Höhlen aufgetaucht war und sich nicht alleine in die dunklen Tiefen traute, machten wir uns gemeinsam nochmal auf den Weg um vielleicht auch den Vermissten zu sichten. Irgendwann fanden wir ihn auch, noch in einem Stück, und für den Rest des Tages waren wir ein lustiger, kleiner Reise-Trupp.
Aufgrund der heißen Temperaturen musste erstmal eine Abkühlung her und da suchte man in Vang Vieng gottseidank nie lange, gleich in der Nähe gab es eine der vielen Lagunen. Glücklicherweise war dort nichts los und wir plantschten wie kleine Kinder in dem glasklaren Wasser. Auch hier fand man einen Spielplatz für Große: Mit einer Seilbahn konnte man ins Wasser fahren, mit dem Bambus-Floß über den See gleiten oder einfach in einem Schwimmring vor sich hindümpeln. Erfrischung von oben holten wir uns anschließend auch noch an einem Wasserfall ab.
Da es uns in Vang Vieng so gut gefiel, verlängerten wir zweimal um eine Nacht und wiederholten unseren bewährten Tagesablauf: Höhlenerkundung mit anschließendem Bad in einer Lagune. Es war trotz der Alkohol-Touristen einfach wunderschön! ?

Mit einem Minibus verließen wir schweren Herzens unsere kleine Oase nach fünf Tagen Richtung Luang Prabang, dem touristischsten Ort Laos‘.
Wieso werden einem diese Minibusse eigentlich immer als komfortabler verkauft als ein stinknormaler Reisebus? Die Sitzbreite ist meist gerade einmal ausreichend für meine Frauenschultern und bei dem geringen Platz zum Vordermann bekomme ich sogar mit meinen Stummelbeinen Probleme. Wie muss sich da Jannis erst fühlen? Noch dazu schaukelt es vor allem bei schlechten Straßen wie hier in Laos so stark, dass man ab und an vom Sitz abhebt und an einen Zeitvertreib wie Lesen oder Schlafen ist nicht zu denken.
Nach wackligen vier Stunden kamen wir heile in der ehemaligen Kaiserstadt an und suchten uns eine günstige Bleibe. Auf den ersten Blick ähnelt Luang Prabangs Altstadt ein wenig der von Hoi An ? Nur ohne Lampions. Leider war es hier so schweinewarm, dass die Spaziergänge durch die Stadt die reinste Qual waren. Abkühlung gibt es nur im 30 Kilometer entfernten Kuang Si Wasserfall oder für Unerschrockene im Mekong, der sich an der Stadt vorbei schlängelt. Wir fanden die braune Brühe aber nicht soooo einladend… Und so schmorten wir bei dem Besuch der vielen Tempel und der Schweiß lief in Strömen beim Besteigen des Stadthügels für den Sonnenuntergang. Erst an Tag drei konnten wir unsere Temperatur ein wenig in den vielen Becken des Wasserfalls herunterfahren ? Der Kuang Si Wasserfall ist schon ein besonders schönes Exemplar und kann fast mit denen Mexikos mithalten, nur die Touristenmassen stören das Bild gewaltig. Nach vier Uhr wurde es aber deutlich ruhiger und man konnte entspannt planschen.
An unserem vierten Tag gingen wir dann aber doch noch im Mekong baden…mit Elefanten! Wie hatten eine Tour mit den Dickhäutern gebucht, die Füttern, Reiten und Baden beinhaltete. Ganz schön schaukelig auf dem borstigen Tier! Trotzdem war es sehr schön den sanften Riesen mal so nahe zu kommen.

Hauptaufgabe in Luang Prabang war es jedoch unsere Reise weiter zu planen. Nachdem wir wochenlang planlos und hin- und hergerissen waren wohin es nach Thailand gehen soll, haben wir uns endlich entschieden. Zuallererst führt die Reise erstmal gar nicht nach Thailand ? Wir fliegen zwar für einen Tag nach Chiang Mai, aber nur um dort unsere Drohne zu deponieren. Diese darf man in unser nächstes Land Myanmar nämlich nicht einführen. Nach circa zwei Wochen dort, holen wir Droni aber wieder in Chiang Mai ab und führen unseren Weg gen Süden in Thailand fort und verbringen Weihnachten auf der uns schon bekannten Insel Koh Chang ? Silvester in Bangkok wird sicher auch ganz lustig bevor wir den südlichen Zipfel Thailands erkunden und schließlich die Grenze zu Malaysia passieren. Anfang Februar fliegen wir dann von Kuala Lumpur erneut nach Australien, jipieeeh, und fahren mit Böörts Bruder die Ostküste ab. Und danach… mal schauen was der Geldbeutel noch hergibt, viel wird es nicht mehr sein ?

Fazit zu Laos: Irgendwie konnten wir nicht so richtig ein Gefühl fürs Land entwickeln, was zum einen daran lag, dass wir nur klägliche zwei Wochen hier verbracht haben und zum anderen weil wir im Gegensatz zu Vietnam die reine Touristenroute abgearbeitet haben. Gefehlt hat uns ein bisschen das asiatische Chaos, sei es im Straßenverkehr oder die übliche Reizüberflutung beim Gang durch die Stadt. Hier war alles sehr gesittet… So langsam macht sich Sorge breit, wie dann die Wiedereingliederung in Deutschland laufen soll ?

P.S. Die lange Wartezeit wird heute mal wieder mit einem Video belohnt!

Hongkong und Laos YouTube play

 

10 thoughts on “Laos – Vientiane, Vang Vieng und Luang Prabang

  1. Na ich habe euch vermisst. Tolles Filmchen, tolle Bilder ( wie erwartet ?). Hier ist es gefühlt nur noch dunkel, nass und kalt. So allmählich muss ich mit meiner Adventsdeko mal Gas geben. Fräulein Smilla wird 1 Jahr alt (mein Gott rennt die Zeit ) und ich fiebere meiner 1. Herzkathederablation entgegen. Sonst ist hier alles wie immer, ihr habt also nichts verpasst ?. Euch beiden eine schöne Adventszeit und noch viel Spaß. LG. Majon

  2. Hi ihr beiden,

    ihr habt ja noch ne Menge aufm Zettel. Aber Neuseeland steht nicht drauf? Können wir auf jeden Fall sehr empfehlen ? Ist im Januar auch bestimmt Bombenwetter.

    Das mit dem Land nicht warm werden, wenn man nicht so viel Zeit dort verbringt, kommt uns von Kambodscha irgendwie bekannt vor. Und dass es nicht so günstig ist, können wir auch bestätigen ?

    Für uns geht es bald zurück nach Deutschland. Mal gucken wie die Eingliederung bei uns funktioniert. Wieder arbeiten und son Blödsinn ?

    Liebe Grüße aus Bangkok von Kristina und Marcel

    • Hey! Waren auch gerade in Bangkok, Zwischenstopp nach Myanmar *winke, winke* Nee, Neuseeland muss erstmal noch warten, das Geld sind wir im Moment nicht bereit auszugeben, lieber nen Monat länger wegbleiben ? Australien ist schon teuer genug… wir wünschen euch einen reibungslosen Start und einen kurzen Winter! Liebste Grüße aus Mandalay

  3. Hallo ihr Lieben! Das sind ja wieder interessante Eindrücke aus fernen Gegenden! Wobei meine Sympathie eindeutig den ländlichen Gebieten und der Natur gilt…..Hongkong ist nicht so meins, oder die kreischend bunten oder goldenen Götterfiguren, nun ja. Da mag ich das Paddeln auf einem zusammengetüdelten Bambusfloß auf so einem geheimnisvoll grünblauen Wasserloch doch lieber…..:-) Aber es ist schon sehr spannend, das alles mal zu sehen! Auch diese Gegensätze…grad werden noch Elefanten gebadet und schon schwebt die Drohne über eine kollosale Hochbrücke…..Haben die Elefanten es den einigermaßen gut? Wir sind hier weit von Elefanten entfernt, ok, die Hagenbeck-Elefanten sind natürlich um die Ecke….aber baden draußen ist hier grad nicht so angesagt!! Spätherbstliche Grüße bei 4° aus Hamburg!

    • Huhu! Wir denken den Elefanten geht es besser als in Hagenbecks, zumindest sind sie nicht eingesperrt. Experten sind wir aber natürlich nicht. Hier in Myanmar gibt es noch viel mehr Bling Bling, das sah man schon vom Flieger aus. Bei den nächsten Bildern also die Augen zuhalten ? Schweinewarme Grüße aus Mandalay

  4. Hallöchen ihr zwei,
    eingliederung??
    meine große reise sollte 2 jahre dauern…..und die wiedereingliederung klappte nicht………und so wurden 26 jahre daraus!
    bin aber ein „schlechtes“ beispiel★★
    viel spass noch!
    lg ♥
    beate

    • Leider zahlt uns das ja niemand… sonst würden wir auch noch ein paar Jahre tingeln ? Auf so ein paar Sachen freut man sich aber schon zu Hause, einfach zum Kühlschrank gehen wenn man Hunger hat, echter Luxus! Oder die bucklige Verwandtschaft wiedersehen. Naja noch sind’s ja drei Monate. Dir auch viel Spaß!

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