Neuseeland – Blenheim, Wellington, Taupo und Rotorua

Mitten im größten Weinanbaugebiet Neuseelands liegt Blenheim, ein recht unscheinbares Städtchen bekannt für seine Touren zu den verschiedenen Weingütern und Verkostung der feinsten Stöffchen direkt aus dem Keller. Wir entschieden uns für einen Zwischenstopp hier, weil wir von den tollen Fahrradtouren durch die Weinreben gelesen hatten und Jannis auch recht großen Durst hatte.
Im Endeffekt war das Ganze ein totaler Reinfall…aber mal der Reihe nach. In Blenheim angekommen mieteten wir uns zuerst einmal ein Tandem, da wir beide noch nie eines gefahren sind und uns das ulkig vorstellten. Dann ging die Fahrt auch schon los und wir stellten ziemlich schnell fest: Tandem stinkt ? Der Vordermann übernimmt das Steuern und hat auch die Pedale komplett in seiner Gewalt, da diese nur synchron funktionieren. Eigentlich logisch, haben wir aber noch nie drüber nachgedacht. Nun ja, auch die Aussicht des hinteren Treters beschränkt sich hauptsächlich auf den Allerwertesten des Steuermannes und so fühlt man sich schnell wie ein Sklavenruderer in einer römischen Galeere. Als zusätzliche Qual war unser Tandem noch mit diesen ultraschmalen Sitzen ausgestattet, die sich schon nach zehn Minuten schmerzlich bemerkbar machten; ein Hoch auf meinen federnden „Fettarsch-Sitz“ zu Hause ?
Das erste Weingut war noch ganz nach unserem Geschmack: zwei kostenlosen Probe-Gläschen und eine ungezwungenen Atmosphäre. Auch der Wein war laut Jannis ein Gedicht und ich hatte schon beim Duft des Traubensaftes den Drang der freundlichen Dame an der Bar die Flasche zu entreißen und mit einem Zug zu leeren. Beim zweiten etwas gehobeneren Anbieter kostete das Testen von drei Vinos aber leider unverschämte zehn Dollar und schmeckte wie der Tetra-Pack-Sangria unserer Jugend. Mit einem leicht angetrunkenen Jannis traten wir also schließlich den Rückweg entlang des vielbefahrenen Highways an…das hatten wir uns alles etwas idyllischer vorgestellt.

Nach der Übernachtung auf einem Parkplatz, fuhren wir mit unserem müffelnden Schrotti auf eine Fähre, die uns in vier Stunden von der Süd- auf die Nordinsel brachte. In Wellington angekommen nutzten wir den Rest des Tages für Sightseeing in der kleinsten Hauptstadt der Welt. Gut, viel zu sehen gab‘s nicht, aber der Hafen war ganz hübsch und das Te Papa-Museum war schon alleine mit seinem echten, konservierten Riesen-Tintenfisch einen Besuch wert. Leider haben die Kiwis es versäumt ihn in Ringe zu schneiden und zu frittieren, jetzt sieht er nicht mehr so lecker aus…

Am Tage darauf befanden wir uns schon wieder auf dem Highway nach Whakapapa, wo ganz in der Nähe einer der schönsten Tages-Trecks der Welt startet, der Tongariro Alpine Crossing. Leider bestätigte man uns hier in einem Info-Center nur, was wir schon ahnten: das Wetter sollte auch die nächsten Tage regnerisch und kalt bleiben und die Sicht auf dem Berg somit bei Null liegen. Da wir den Treck entlang einiger Vulkankrater aber unbedingt machen wollten, schmissen wir unseren kompletten Plan mal wieder übern Haufen und fuhren noch am gleichen Tag weiter nach Taupo. Eigentlich als Erholungsort nach der doch recht anspruchsvollen Wanderung geplant, lümmelten wir hier quasi im Voraus zur Regeneration in einem der vielen Thermalbäder und schauten uns die Huka Falls aus der Nähe an.
Unser nächstes Ziel konnte man schon auf der Fahrt erschnüffeln: da die vulkanische Aktivität in der Gegend Rotoruas sehr hoch ist, stinkt es schon lange vor dem Ort nach Schwefel oder besser gesagt nach faulen Eiern und Pups. Leider sind alle Geysire und die sehenswertesten Geothermalfelder in eine Art Vergnügungspark umgewandelt worden und kosten nun ab 35 Dollar aufwärts Eintritt, nicht mit uns! Wir suchten uns einfach eine Gegend in der es besonders viele rauchende Löcher und blubbernde Pfützen gab und folgten einem Wanderweg den Berg hinauf und schon hatten wir unser vulkanisches Erlebnis ganz umsonst. In Rotorua selbst gab es die kochenden Schlammlöcher an jeder Ecke: im Stadtpark, in den Vorgärten der Einheimischen und aus den Gullis gluckerte und dampfte es lustig vor sich hin. Da es jederzeit an einer anderen Stelle anfangen kann zu blubbern, ist uns ein Rätsel geblieben wie die Einheimischen den Stellplatz ihrer Häuser bestimmen. In Rotorua gab es außerdem noch den wunderschönen Redwood-Wald mit seinen rießigen, alten Bäumen zu bewundern und ein Maori-Dorf direkt am See gelegen. Die Maoris sind übrigens Neuseelands Ureinwohner und kamen vermutlich ursprünglich mit dem Boot aus Polynesien, genau weiß man das aber nicht.

Im Moment befinden wir uns auf dem Weg zu weiteren Bewohnern Neuseelands, den Hobbits ? Mehr zu den Erdhügel-Häuschen und seinen kleinwüchsigen Bewohnern dann im nächsten Beitrag!

8 thoughts on “Neuseeland – Blenheim, Wellington, Taupo und Rotorua

  1. Sehr schön mal wieder 🙂
    Guten Morgen aus Hamburg, Zeitumstellung sei dank war es heute schon 8 statt 7 beim aufwachen ^^

  2. huhu ?
    Ich war gestern auf einem live Vortrag über norwegen, der schlappe 13 euro Eintritt gelöhnt hat, macht bei ca. 200 Zuschauern nette 2600 euronen in weniger als 2 stunden. Wenn das mal kein netter stundenlohn ist…also lasst euer tolles
    Reisematerial bloß nicht in archiven verstauben! ?
    Neuseeland ist ja wirklich der hammer ?
    mega abwechslungsreich, man hat fast das Gefühl es sei eine andere welt….
    ich bin soo gespannt auf euer fazit ?
    Tik tak, tik tak ??

    • Wäre eine Überlegung wert ? Aber dann müsste ja auch einer was dazu erzählen… Neuseeland ist auf jeden Fall ziemlich weit vorne im Ranking kann man schon mal so sagen ☺️ Lg die zwei Vulkanbesteiger

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