Puno und Arequipa

In Puno verbrachten wir eigentlich nur zwei Nächte zur Orientierung und Planung der weiteren Reise. Da wir aufgrund der teuren Flüge den Norden von Bolivien und damit das Amazonasbecken ausließen, hatten wir nun noch einiges an Zeit zu überbrücken bis der Inka-Trail am 26.03 startet. Wir sind sehr froh, wenn dieses feste Datum endlich hinter uns liegt und wir völlig frei entscheiden können, wann es wohin gehen soll. Auch könnten wir uns mal wieder abklatschen, dass wir uns gegen das Around-the-World-Ticket und seine festen Abflugsdaten entschieden haben. Wir planten also als weiteren Zwischenstopp Arequipa weiter westlich in Peru mit ein.
Am Abend unserer Ankunft in Puno bekamen wir aber erstmal ein Naturschauspiel geboten. Es gewitterte und hagelte so stark, dass sich die Straßen in Flüsse verwandelten und die Dächer waren alle mit einer dicken, weißen Schicht von Hagelkörnern bedeckt, die auch am nächsten Tag noch nicht verschwunden waren. Ungewöhnlich wäre das aber nicht, sagte man uns. Es war natürlich bei weitem nicht so verheerend wie die Überschwemmungen, die im Moment im Norden Perus das Land verwüsten. Hier im Süden bekommt man davon wenig mit, wenn man nicht gerade den Fernseher einschaltet.

In Puno erfreuten wir uns außerdem an den wieder vorhandenen großen Supermärkten und besuchten die schwimmenden Inseln von Uros. Das sind aus Schilf gebaute, 2-3 Meter dicke, schwimmende Plattformen, auf denen früher die Einheimischen gelebt haben. Dem Touri wird natürlich vorgespielt, dass dies immer noch die Heimat einiger Peruaner wäre, aber so ganz glauben wollten wir das nicht. Nach einer angehängten Verkaufsveranstaltung der „Inselbewohner“ hatten wir dann auch genug gesehen ?

Einen Tag später ging es dann auch schon weiter nach Arequipa und als wir in Puno aus dem Busbahnhof fuhren, fragte ich mich das erste Mal wo wir hier nun eigentlich waren ?  Kann bei den ständigen Ortswechseln schon mal passieren.. Gleichzeitig begann auch der bisher unschönste Tag der Reise. Wir erwischten nun auch mal eine echt beschi*** Busgesellschaft, altes klappriges Gefährt, ständige Stopps aus nicht ersichtlichen Gründen und jeder der an der Straße die Hand hob, wurde eingesammelt. Aus den 5 Stunden geplante Busfahrt wurden schwups mal 7 Stunden grillen bei 32 Grad in dem ziemlich verwarzten Vehikel. In Arequipa angekommen freuten wir uns auf unser angemietetes Apartment und endlich mal wieder selbst kochen. Nach einem halbstündigen Aufenthalt dort ergriffen wir aber die Flucht. Betten, die rochen wie seit zehn vorhergehenden Gästen nicht mehr überzogen, total versiffte Küche und kein einziges Fenster nach draußen waren doch zuviel des Guten. Am Ende fanden wir dann aber noch eine sehr hübsche Herberge für die Nacht.
Die darauffolgenden Tage verbrachten wir mit bummeln, kostenloser Stadtführung, Alpaka-Museum ?, Aussichtsplattform und dem Besuch des sehr schönen Klosters Santa Catalina. Letzteres war quasi eine kleine Stadt in der Stadt und eine Oase der Ruhe. Auch mal schön nach Tagen an Straßen voller Autos ohne Rußpartikel-Filter, hupenden Taxis und drängelnden Passanten. Ansonsten konnten wir folgende Unterschiede zu Bolivien feststellen: die Menschen sprechen hier oft Englisch (jiiiiipieh!), es ist gefühlt ein bisschen billiger und das Reisen schon etwas einfacher. Allerdings haben die Peruaner ein großes Müllproblem, außerhalb der Stadt türmen sich am Straßenrand Berge von Plastik und es gibt ganze Canyons voller alter Autoreifen. Auch die Esssituation hat sich nicht wirklich verbessert, Sterne-Köche sind sie hier nicht. Im Restaurant bekommt man Tomatensuppe und Kartoffelpü aus der Tüte und überall gibt’s Pollo, Pollo und nochmal Pollo ?  Wir glauben die unterhalten sich auch den ganzen Tag über Pollo, rechnen in Hähnchenschenkeln und träumen nachts von einer saftig, braunen Hühnerbrust. Apropos Essen, Jannis hat hier sein erstes Meerschweinchen verspeist, das gute Tier besteht aber fast nur aus Haut. Wir wissen nun auch warum die Peruaner das so gerne essen, es schmeckt nämlich, wie soll es anders sein, nach POLLO!

Morgen geht die Reise auch schon weiter nach Cusco. Eigentlich wollten wir zuerst wieder zurück nach Puno, um mit dem berühmten Anden-Express weiter nach Cusco zu fahren, doch der Zug kostet im Moment über 300 Dollar! Also ist es nun doch wieder eine 10-stündige Busfahrt, hup hup!

4 thoughts on “Puno und Arequipa

  1. Hey ihr zwei,
    da habt ihr ja wieder sehr schöne Fotos gemacht , vorallem diese Klosterkultur :). Wo waren denn die Mönche bzw. Nonnen?
    @ Sabrina : da sind sie ja endlich, deine wuschiweichen Lieblinge. Das weiße sieht wirklich besonders kuschelweich aus.
    @ Jannis : beim Meerschweinchen-Pollo sind ja noch die Vorderzähne als Erkennungsmerkmal dran. Wenns schmeckt !?
    Ich sitze gerade wieder in der Tretmühle und hoffe der Chef (hat heute Geburtstag) bringt Kuchen mit.
    Viel Spaß noch euch zweien und passt auf euch auf.
    Lg. Maaajooon

  2. Ja, wirklich! Wieder sooo ein interessanter Bericht! Und dann die schicken Fotos! Meine Favoriten: die geheimisvolle schwarzweiße Sabrina, der wundervolle Brunnen und das überraschend weißbewimperte kleine Flauschlama! Und Bursch: Meerschweinchen streichelt man bei Hagenbeck und sonst nix! ?Liebe Grüße!

    • Aber die gibt es hier wirklich an jede Ecke… Überlege schon mir nicht auch welche daheim anzuschaffen… 10 Stück, hast dann bestimmt ausgesorgt an Fleisch Nachschub 🙂

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