.Reisen mit Rheuma

Reisen mit Rheuma

Tach,

Ich bin Sabrina und leide seit August 2016 an rheumatoider Arthritis. Die Diagnose bekam ich genau zwei Monate vor der eigentlichen Abreise zu unserer einjährigen Weltreise, das Leben kann schon manchmal ein Arschloch sein...

Viele können in meinem Alter mit der Krankheit Rheuma nicht viel anfangen, außer "ja da hat man halt ein büschen Probleme mit den Gelenken". Leider steckt einiges mehr dahinter...
Morgens beim Aufstehen so steife Gelenke, dass man wie eine 80jährige ins Bad stapft, nachts tobende Entzündungen, dass man sich wie im Fegefeuer fühlt und zum Bus rennen kannste neuerdings auch knicken.
Dass man nun wahrscheinlich bis ans Ende seiner Tage Medikamente nehmen muss, ausschweifende Nächte auf dem Kiez der Vergangenheit angehören und du möglichst brav an deinem Möhrchen knabberst bzw. deine Ernährung umstellst, gehört da fast noch zu den harmlosen Einschränkungen.
Am schlimmsten ist aber für mich diese tägliche Überraschung, die man jeden Morgen ungefragt erhält. Hat man sich nämlich an einem Tag an das hinkende Bein rechts gewöhnt, fängt es am nächsten Tag auf der anderen Seite an.
Schlimm auszuhalten ist auch diese Ungewissheit "Wird das jemals besser?"
Leider benötigen die Basismedikamente einige Wochen bis sie wirken und da ich anscheinend ein nicht allzu schwerer Fall bin, riet mir mein Rheumatologe von der Überbrückung mit Cortison ab.
Ja die eigentliche Abreise am 10.10.16 wurde da leider ziemlich unrealistisch..

Mittlerweile ist es kurz vor Weihnachten, ich befinde mich in einer Teilremission (d.h. die Krankheit steht zum größten Teil still) und mir geht es bis auf ein paar Zipperlein echt gut. Ich kann wieder Schwimmen, Radeln, ohne Probleme Treppen gehen (ja sogar rennen!) und die Blutwerte passen auch.
Nur das Fernweh plagt immer mehr..
Mein Rheumatologe hält von der Idee Weltreise natürlich überhaupt nichts, aber muss mich das abhalten? Nö! 🙂
Klar muss nun ein wenig mehr geplant werden, zum Beispiel alle 4-6 Wochen in einer größeren Stadt zu sein um die Blutuntersuchung machen zu können. Auch die Medikamente müssen unterwegs besorgt werden, da mein Arzt sie mir nur für drei Monate im Voraus verschreiben darf. (Ok ok, ein wenig gehortet hab ich auch 🙂 )
Falls es doch zu Komplikationen kommen sollte, kann ich jederzeit nach Hause kommen,also warum schon vorher die Bux vollmachen. Am 21.02.2017 geht der Flieger.

Reisen mit Rheuma - Meine Vorbereitungen

Da die MTX-Spritzen bei maximal 25 Grad gelagert werden sollten, habe ich mir eine Medikamenten-Kühltasche plus Ersatz-Kühlakkus besorgt. So muss ich mir auch in den Tropen keine Sorgen machen, dass sich die Haltbarkeit der Spritzen verringert. Zur Sicherheit klebe ich auf den Deckel der Tasche ein Thermometer mit Messfühler, der die Temperatur im Innenraum misst.
Falls es mal nicht die Möglichkeit gibt, die Akkus wieder einzufrieren, habe ich mir für den Notfall einen Frio Kühlbeutel bestellt. Diesen Beutel macht man einfach nur nass und durch ein Verdunstungssystem bleibt er angeblich tagelang kühl. Noch bin ich da skeptisch, aber ich werde berichten..

Für die Blutuntersuchungen habe ich mir eine Liste von Ärzten für die geplante Route zusammengestellt. Ich war überrascht wieviele deutschsprachige Ärzte man zum Beispiel in Südamerika findet. Oft gibt es auf der Internet-Seite der deutschen Botschaft eine Ärzte-Liste zum jeweiligen Land. Auch die Seite www.urlaubsortarzt.de war sehr hilfreich.

Auf www.drugs.com kann man sich die Benennung seiner Medikamente im Ausland anzeigen lassen. So weiß ich zumindest schon einmal wonach ich fragen muss, ob ich das dann auch immer so einfach bekomme wird noch spannend... Zumindest der erste Medikamentenkauf, der in Kolumbien fällig wird, scheint gesichert. Ein kolumbianischer Arzt hat sich für mich schlau gemacht und sogar den Kontakt zu einer "Rematóloga" hergestellt.

Nicht zu vergessen sind die ganzen  Nachweise und Bestätigungen, die man sich beim Arzt einholen muss, um zum Beispiel die Spritzen und die Kühlakkus (Flüssigkeiten) im Flieger mit ins Handgepäck nehmen zu dürfen. Auch der Zoll kann bei der Einreise  mit Medikamenten ohne diesen Zettelkram Ärger machen. Vordrucke findet man auf der Seite vom ADAC oder auch meist beim eigenen Arzt.

Ja, das waren meine Vorbereitungen zum Thema Reisen mit Rheuma. Man muss natürlich auch noch ein bisschen Glück haben, dass einen die Schübe nicht ganz so arg quälen. Egal wie lange ich letztendlich unterwegs sein kann, hauptsache ist ja ich probiere es aus. Ich werde im "Rheuma Blog", den ihr im Untermenü dieser Seite findet, regelmäßig von meinen Erfahrungen  mit der Krankheit unterwegs berichten.

In diesem Sinne

Grüßle Sabrina

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