Roadtrip Vietnam – Long Son, Phong Nha und Hanoi

Rekord! An unserem ersten Fahrtag in Richtung der Phong Nha-Höhlen schafften wir ganze 270 Kilometer! Hört sich für euch Autofahrer nicht viel an, aber für uns und Sieglinde ist das ganz schön viel Holz und wir brauchten ganze 8 Stunden dafür. Zu schaffen war das nur, weil die Straße hier echt spitze war und die Umgebung so unglaublich wunder-wunderschön ?
Überall kamen Wasserfälle die steilen Hänge herunter, unten im Tal schlängelte sich ein breiter Fluss durch den Urwald und in der Ferne konnte man nichts sehen außer grüne Berge und unberührte Natur. Die Strecke ist eine der entlegensten Vietnams und das merkte man auch. Ab und an kamen wir an einer Ansammlung von Holzhütten auf Pfählen vorbei und das sah haargenau so aus wie man sich das Dorf von Eingeborenen einer bisher unentdeckten Insel vorstellt. Wie eine andere Welt!
Die Dorfbewohner winkten fröhlich und freuten sich über die Abwechslung. In einem Dorf, das zwar nicht ganz so ursprünglich aber dafür von steilen Felswänden eingerahmt war, übernachteten wir dann. Auch hier traf man wieder auf so unglaublich gastfreundliche Vietnamesen: Jannis wurde beim Abendessen auf drei Bier eingeladen, die hier traditionell auf Ex getrunken werden. Und so hatte der Jung schon vor dem Mahl einen im Tee. Bevor aber der Reisschnaps ausgepackt wurde, schlichen wir uns klammheimlich davon.

Auch der nächste Tag führte der Weg weiterhin durch dieses schöne Gebiet, nur dass es auf den letzten 100 km bis Phong Nha überhaupt kein Dorf oder ähnliches mehr gab und uns auch stündlich nur noch ungefähr ein Moped entgegen kam. Siggi, bau bloß keinen Scheiss! Hier eine Panne hätte uns stundenlange Wartezeit im Regen beschert. Leider kam das ungeliebte Nass nämlich den gesamten Tag von oben und so wurde die Freude und Sicht in der wunderschönen Bergwelt etwas getrübt.
Ach was sag ich, es war echt scheisse den ganzen Tag mit nassen Schuhen und nasser Hose durch die Gegend zu fahren…
Am frühen Nachmittag erreichten wir dann Phong Nha, mitten im Karstgebirge und berühmt für die vielen Höhlen, die ringsum im Dschungel verstreut liegen. Karstberge sind diese steil ansteigenden Hügel, die überall einzeln in der Landschaft herumstehen und für mich zuhause immer der Inbegriff von Fernweh waren. Wunderschön ?

Tags darauf machten wir uns morgens per Boot auf zur ersten Höhle, der Phong Nha Cave. Gleich beim Eingang konnte man meterhohe Stalaktiten und Stalagmiten bewundern und folgte man dem Weg weiter in den Berg hinein kam man in einer große Halle mit unterirdischem See heraus. Am Nachmittag fuhren wir noch Sieglinde in den nahegelegenen Nationalpark aus und staunten mal wieder über diesen wunderschönen Dschungel mit den Karstbergen darin, hach..

Aus dem großen Höhlenangebot suchten wir uns dann noch eine aus, die Paradise-Cave, die sogar um einiges größer und beeindruckender sein sollte als die Phong Nha-Höhle. Und das stimmte auch, diese riesigen Tropfsteine, der Wahnsinn!
Anschließend mussten wir leider auch schon weiterreisen. Da ein großer Tropensturm angekündigt worden war und wir nicht tagelang auf annehmbares Wetter für die Weiterfahrt warten wollten, hatten wir uns entschieden mit dem Nachtzug nach Hanoi zu fahren. Wer schon mal in Vietnam war wird sich jetzt fragen „Moment mal! Machen die keinen Stopp in Ninh Binh?“, einem absoluten Touri-Magnet etwas südlich von Hanoi. Leider wurde das Gebiet durch extreme Regenfälle schon zwei Tage zuvor komplett überflutet und viele Menschen mussten evakuiert werden ? Und so verbrachten wir eine schaukelnde Nacht im Schlafabteil und Siggi wurde in eine Holzkiste verpackt und kam drei Tage später mit einem anderen Zug in Hanoi an. Der lustige Tropensturm überlegte es sich übrigens nochmal anders, drehte ab und kam erst einige Tage später lediglich als ziemlicher Temperatursturz mit etwas Regen bei uns an. Der ganze Aufwand umsonst ?

Während wir auf ein Lebenszeichen von Sieglinde warteten, zogen wir uns die Sehenswürdigkeiten von Hanoi rein. Ein Gefängnis der Franzosen für vietnamesische Wiederstandskämpfer war dabei, ein ziemlich unspektakulärer Literaturtempel, eine ganz hübsche Altstadt und ein kleiner See mitten in der Stadt, an dem die Vietnamesen morgens ab sechs Uhr immer Pseudo-Sport betreiben. Hier sieht man nämlich unzählige Aerobic-Gruppen, die ihre Bewegungen im Schneckentempo ausführen, die meisten Jogger gehen nur etwas schneller als der normale Spaziergänger oder diverse Omas, die sich einfach mit „Arme-schaukeln“ fit halten ? Insgesamt waren wir nicht so angetan von der Stadt, alles sehr teuer und irgendwie gab es nichts Außergewöhnliches zu sehen. Deswegen waren wir froh als Siggi wieder unter uns weilte und wir Richtung Osten aufbrechen konnten. Cat Ba, wir kommen!

 

10 thoughts on “Roadtrip Vietnam – Long Son, Phong Nha und Hanoi

  1. Moin ihr zwei (drei),
    dass sind ja wieder ganz tolle Fotos, da kann mein ständig hoher Puls so richtig runterfahren.
    Vor allem seht ihr auf dem „Happy family “ Foto sehr tiefenentspannt aus.
    Ich bevorzuge zwar immer noch das platte Land und am besten mit Windstärke 7 aufwärts am Strand spazieren gehen und nicht reden.
    Das macht den Kopf so richtig frei.
    Schön das es euch gut geht und genießt die Zeit.
    Lg. Marion

  2. Also, eigentlich wachte ich heute Morgen auf und dachte es wird wohl ein vom Saharanebel trüber Tassentag….
    Aber nein, eine Mail, ein Blog und alles ist wunderbar anders!
    …Zähne putzen..keine Zeit. Wo ist die Büx und hin zu Tablet: Ein Krimi mit phantastischen Bildern tat sich auf!
    Diese riesigen Höhlen, unglaublich. Die St. Andreasberger Tropfsteinhöhle ist armselig dagegen.
    Die Häuser in Hanoi finde ich sehr spannend. Da kann man ja kein Bett quer hinstellen. Habe auch mal versucht das Lautsprecherkabel am Haus zu verfolgen….zwecklos.
    Siggi ist ja zu bewundern, wie die das alles so schafft. Übrigens, sehr schönes Familienfoto von euch vier :-))
    Aber…. Sabrinas Bikerschuhe haben einen Platten, die Sohlen müssen wohl mal aufgepumpt werden 😉
    Leute, ich bin süchtig nach mehr aus diesem erstaunlichen Land. Sowas hat man sich in meiner Jugend nicht von Vietnam träumen lassen. Damals sah man nur Schreckliches…
    Genießt das Meer und was sonst noch vor euch liegt! Grüße an Carlos und Siggi

    • Also Horst! Ich finde du solltest auch einen Blog schreiben, du siehst ja sogar Details die wir gar nicht wahrgenommen haben ? Gruß von Siggi, Carlos betrinkt sich gerade und ist nicht anwesend ?

  3. Also warum tragen wir eigentlich nicht unsere Sachen auch mit so einer Schulterstange durch die Gegend? Wäre mal zu überlegen….Und mit so einer Siggi mal eben schnell von hier nach da düsen, wie die Vietnamesen, so eine rasende Oma eben, das wär was! Aber nee, da macht mir wohl das Klima einen Strich durch die Rechnung. Nix T-Shirt und Flipflop….Die Höhlen,…also die sind mir zu animalisch und unheimlich und dunkel und überhaupt…da lob ich mir den wunderbaren weiten Himmel über dem Karstgebirge und die großartigen Ausblicke in die weite unberührte Natur!! 🙂 Gruß aus dem sehr herbstlichen Hamburg!

  4. Carlos ist endlich wieder da! Dachte schon, er drückt sich vor der Motorrad Tour. Aber er scheint ganz tapfer zu sein – kommt ganz nach euch 🙂 wahnsinnstrip durch Vietnam! Echt berindruckend, wie ihr so Durchs Land rast. Weiter so und schön vorsichtig näää? Bussi von Leon!

    • Carlos beschwert sich schon sehr oft auf seinem logen Platz… sein Reishut fliegt ihm immer fast weg… man kann sich aber auch anstellen… ? wir können auch nicht genug von Vietnam bekommen… gerade wieder von einer zwei tätigen Lan Ha/Halong Bucht Tour zurück, wir wollten da gar nicht wieder weg… ? so traumhaft schön! Liebste Grüße von uns an euch drei!

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