Roadtrip Vietnam – Nha Trang bis Dak Glei

Der Weg nach Nha Trang verlief endlich mal ohne Pleiten, Pech und Pannen und war noch dazu wunderschön! Auf dem Weg Richtung Küste wechselte die Landschaft nämlich abrupt von Nadelwäldern zu tropischem „Regenwald“ und dann noch diese Aussicht von den Bergen herunter! ? Dieses Teilstück war bis jetzt die beste Strecke.
Nha Trang überraschte gleich mit Unmengen Touristen, wo kamen die so plötzlich alle her? Die Antwort: Aus Russland. Blöderweise wurde man als Weißhaut sofort abgestempelt und ständig auf Russisch angesprochen, das nervte. Auch die Speisekarten waren meist in kyrillischer Schrift und es gab überall Wodka zu lächerlichen Preisen.
Der Reiseführer hatte aber recht behalten, der Strand war wirklich nicht von schlechten Eltern: ewig lang, voller Palmen und blitzblank. Hauptsächlich waren wir aber hier weil es an einer nahe gelegenen Insel die besten Tauchgebiete Vietnams geben soll und endlich waren die Götter mal wieder mit uns und alles klappte. Nach einer Stunde Bootsfahrt ließen wir uns hinab in die tolle Korallenwelt voller bunter Fische und Seeanemonen. Beim zweiten Tauchgang schwammen wir sogar durch eine Unterwasserhöhle, in der ganze Fischschwärme zu Hause waren, das war der Hammer!
Auch wenn das Riff hier sicherlich nicht mit denen Mexikos oder Australiens mithalten kann, war es schon nicht zu verachten ?
Tags darauf ließen wir die Stadtgrenzen hinter uns und fuhren weiter gen Norden. Unterwegs steuerten wir einen kleinen, verlassenen Strand an und sprangen, weil unvorbereitet, mal schnell in Unterwäsche rein. War aber auch wieder verdammt heiß dieser Tag, hui ??
Am Nachmittag erreichten wir dann Tuy Hoa, wo wir einfach nur die Nacht verbringen wollten. Unser Guesthouse hatte hier eine Küche und so kochten wir uns unsere heißgeliebten Spaghetti mit Tomatensoße, obwohl das doppelt so teuer war wie Essen gehen. Unsere Gastgeberin hing die ganze Zeit über unseren Töpfen und gab genießerische Laute von sich, also luden wir sie spontan zum Essen ein. Joa, so gut fand sie es dann aber nicht ? Sie stocherte ziemlich lustlos in ihren Nudeln herum und war ganz verwundert, dass kein Fleisch oder Fisch im Essen war. Am darauffolgenden Morgen wollte sie sich aber anscheinend noch unbedingt revanchieren und schleppte kurz vor unserer Abfahrt noch frische Brötchen und heiße Maiskolben an.

Und weiter knatterten wir unseren Weg entlang nach Quy Nhon. Quy Nhon ist ein noch unentdecktes Juwel am Meer, breiter Sandstrand, sauberes Städtchen und Touristen sieht man kaum bis gar nicht. Aufgefallen ist uns hier wie freundlich die Vietnamesen außerhalb von Touri-Gebieten sind! Während man in Nha Trang eine ungefähre 50/50-Chance hat an eine nette Person zu geraten, trifft man etwas abseits der üblichen Pfade sehr herzliche und vor allem extrem neugierige Menschen. Deswegen blieben wir auch gleich mal zwei Nächte, schauten uns noch die einzige Sehenswürdigkeit an, zwei Cham-Türme aus dem 12. Jahrhundert, und gammelten am Strand. Hier ist alles nochmal eine Ecke billiger und so genossen wir unser bisher günstigstes Abendmahl, für einen großen Teller Reis mit allerlei lecker Kleinigkeiten darauf zahlten wir gerade einmal 15 000 Dong, also ca. 60 Cent. Einen selbstgemachten Eistee gab es wie überall in Vietnam umsonst dazu.
Da ein Doppelzimmer (die fast immer groß und sehr sauber sind) meist nur um die 10 Euro kostet, kann man hier für einen Zwanni pro Person und Tag wirklich sehr gut leben. Und da ist eine anfällige Sieglinde mit einer Schwäche für Mechaniker schon eingerechnet. Herrlich!

Vom Meer aus führte unser Weg wieder ins Hinterland bzw. in die Berge, Kreuz und Quer durchs Land quasi. Ein festen Anlaufpunkt hatten wir nun nicht, es galt „der Weg ist das Ziel“ und einfach übernachten wo sich die Gelegenheit bietet. Umso weiter wir Richtung laotische Grenze kamen, desto ursprünglicher wurde es. Hier gab es tatsächlich noch ganze Dörfer nur aus Holzhütten und außer der Hauptstraße existierten nur Wege aus Matsch. Mei war des schee!

Da die vegetarische Ernährung hier tagein, tagaus nur aus Reis mit Wasserspinat bestand, war ich aber auch froh als wir uns Richtung Hoi An aufmachten ? Dazu bald mehr!

 

4 thoughts on “Roadtrip Vietnam – Nha Trang bis Dak Glei

  1. Ach, die Schilderungen gefallen mir wieder so gut! Am interessantesten finde ich immer die Kontakte mit den Einheimischen – das ist bei dieser Art zu reisen ja der große Vorteil!! Und die Sieglinde sieht immer so tiptop und blitzend aus! Sie achtet eben auf sich, das erkärt auch die Mechaniker-Besuche! ? Weiterhin eine gute Fahrt!?

    • Ja das mit den Einheimischen ist wirklich einmalig! In Südamerika haben wir immer gedacht, dass es die Sprache ist die uns sozusagen den den Kontakt zu Einheimischen verwehrt hat. Aber hier quatschen dich die Omis und Kinder einfach auf Vietnamesisch voll und es wird mit Hand und Fuß kommuniziert! Die Siggi freut sich nur immer auf die Regengüsse in denen sie sich regelmäßig duschen darf ?

  2. Geil 🙂 Jannis, du hast dich mit deinem Mundschutz wohl schon dem asiatischen Schick angepasst?? 🙂
    Ich hab Fernweh!! Das war zwar zu erwarten, aber eure schönen Berichte und Bilder machen die Sache nicht gerade leichter!

    • Ja aber hallo! Ich bin voll im Trend mit dem Ding! Das mit dem Fernweh kann ich mir vorstellen, mir graut es schon davor daheim zu sein mit dieser furchtbaren Krankheit! Ihr müsst dringend in Urlaub! Weit weit weg ? ich habe gehört Vietnam, Laos oder Thailand (die letzten beiden Ziele aber erst ab Ende November) sollen sehr schön sein ? Liebste Grüße aus Long Son

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