Salar de Uyuni – hält er was er verspricht? JA!!!

Wir starteten nun also am Freitag das Abenteuer drei Tage mit dem Jeep durch den Salar de Uyuni und die Anden zu fahren. Zuerst sah alles nicht nach Abenteuer aus sondern eher nach Kaffeefahrt. Wir wurden in einer Kolonne aus Jeeps an einen Eisenbahnfriedhof gefahren, um dort Bilder zu machen. Dies war fast unmöglich, weil immer ein anderer lustiger Geselle (meist mit Bart ?) vor die Linse gelaufen ist. Anschließend ging es weiter auf einen Touri-Markt, wo es ganz wie auf Malle an jedem Stand das gleiche gab. Wo war denn nun endlich der Salar, von dem wir schon so viel gehört hatten?
Kurz für diejenigen, denen „Salar de Uyuni“ nichts sagt: Der Salar ist ein vor 10 000 Jahren ausgetrockneter, rießiger Salzsee. Im Prinzip ist das Gebiet nun eine Wüste, aber jetzt zur Regenzeit steht knöcheltief das Wasser darauf, da es aufgrund des 30 Meter dicken Salzbodens nicht ablaufen kann. Dies bewirkt, dass sich der „See“ in einen rießigen Spiegel verwandelt.
Ein paar Meter hinter dem Touri-Markt bekamen wir das Objekt der Begierde dann auch zu Gesicht und als sich die Jeeps dann endlich so weit verteilt hatten, dass man meinte alleine auf dem See zu sein, war es einfach nur Wahnsinn! Es sieht einfach unglaublich aus, wenn man am Horizont nicht mehr erkennen kann wo der See aufhört und wo der Himmel anfängt.
Das Beste kam aber noch. Nachdem wir ungefähr drei Stunden über den See gefahren sind, war wohl eine Stelle doch etwas tiefer, der Motor schluckte Wasser und der Jeep gab den Geist auf. Während unser Guide versuchte die Kiste wieder in Gang zu bringen, konnten wir mitten auf dem See den Sonnenuntergang bewundern und das war einfach nur wunder- wunderschön! (Ich hoffe das kommt auf den Bildern rüber) Anschließend gab’s als Nachtisch einen Sternenhimmel, der durch die fehlende Lichtverunreinigung auch einfach nur der Hammer war. Wir haben sowas zumindest noch nie vorher gesehen.

Jetzt fragt ihr euch: Wie? Sonnenuntergang und Sternenhimmel? Wie lang standet ihr denn da? Ja es waren ungefähr drei Stunden bis wir den Jeep mit Anschieben und Hilfe von einem anderen Fahrer endlich an Land bekamen. Von da an musste er zum Starten aber immer angeschoben werden ? Viel zu spät kamen wir dann an unserem „Salz“-Hotel an. Salz in Anführungszeichen, da zwar der Boden aus Salz war und auch an die Wand hatten sie eine dünne Schicht geschmiert, aber an einigen Stellen brökelte es und man sah das ganz normale Gemäuer ? Beim Abendessen (wie auch bei allen nachfolgenden Mahlzeiten) zeigte sich mal wieder wie schwierig es als Vegetarier im Land/Kontinent des Fleisches ist. Zwar hatte ich beim Buchen der Tour angegeben, dass Fleisch und Ei nicht geht, aber was landete da mal wieder als Fleischersatz auf meinem Teller? Omelett. Naja mir gegenüber saß ein Veganer, der konnte morgens das pappige Brötchen nicht mal mit Butter aufpeppen. Schlimmer geht also immer ☺️

Am nächsten Morgen ging es weiter hoch in die Anden hinauf und ihr ahnt es bereits.. ich erspar euch die Details. Allerdings hatte ich nun noch einen Leidensgenossen, ganz gesund sah Jannis nun auch nicht mehr aus. Wir fuhren diverse Lagunen mit Flamingos an, die blaue Lagune, die rote Lagune und wahrscheinlich auch die kackbraune Lagune, was mir zu dem Zeitpunkt aber echt Wurst war ? Jannis fotografierte aber alle noch tapfer für die Nachwelt. Allerdings beschlossen wir an dem Tag Nepal aufgrund der Höhenlage von unserer Liste zu streichen und hätte ich die aufgelisteten Ziele hier im Blog mit einem Kulli bearbeiten können, wäre an der Stelle von Nepal nun ein durchgerubbeltes Loch.

Nun gut, jeder Tag hat ein Ende und dieser endete ziemlich früh in einem Sechsbettzimmer auf 4600 Meter Höhe. Am dritten Tag hieß es um vier Uhr aufstehen und weiter ging die schaukelige Fahrt im Jeep. Zuerst steuerten wir ein Feld von Geysiren an und knackten dort die 5000 Höhenmeter. Anschließend gings zu einem lustiges Blubberbecken, gespeist von einer heißen Quelle, in dem man baden konnte. Da die Außentemperatur vielleicht bei fünf Grad lag, stand uns aber nicht der Sinn danach uns nackig zu machen und wir schauten dem nassen Treiben einfach nur zu. Nach einem Abstecher an die chilenische Grenze, an der wir zwei Mitfahrer abluden, traten auch wir die Heimreise an. Natürlich nicht ohne Pleiten, Pech und Pannen, auf der Hälfte der Strecke platzte der linke Hinterreifen. Aber nicht einfach nur so, der Stoßdämpfer hatte sich verabschiedet und ins Gummi gebohrt. In Bolivien baut man das Teil dann einfach aus und fährt weiter. Zum Glück für uns, denn abends ging schon wieder unser Nachtbus nach La Paz, aber das ist eine neue Geschichte..

Fazit: Der Salar ist definitiv das Highlight der 3-Tages-Tour, die eine oder andere Lagune hätte man sich allerdings sparen können.

13 thoughts on “Salar de Uyuni – hält er was er verspricht? JA!!!

  1. Wow, was für eine Landschaft und was für tolle Fotos! Und wie kommen die Wollpuschel an die Lamaohren? Liebe Grüsse nach La Paz!

  2. Hey ihr zwei,
    das sind ja super tolle Fotos, da komm sogar ich ins schwärmen (wenn die dünne Luft , die Entfernung und die Kopfschmerzen nicht wären)
    Habt ihr nicht noch Koka-Tee? Ich wünsche euch noch weiterhin viel Spaß und bin schon ganz gespannt auf eure nächste Geschichte.
    Lg. Maaaaajooon

  3. Hey ihr Zwei,
    bitte weiter so, freuen uns über jeden Post! Sabbah, dein Schreibstil ist wie erwartet herrlich und ich freue mich auf mehr Details zu unseren gesichtsbewaldeten selbstverliebten Freunden. Die Bilder sind ebenfalls super, meine Kinder waren völlig schockiert über den T-Rex.
    Liebe Grüße aus dem verregnet Aschaffenburg,
    Krischten

  4. Einfach nur der WAHNSINN!!
    Schön, das Jannes durchgehalten hat, um uns diese tollen Eindrücke nicht vorzuenthalten 🙂
    Viel Spaß und weiter so!
    @ Sabrina du solltest Bloggerin hauptberuflich werden 😀
    Du hast meinen Tag wieder einmal erheitert 😉

  5. Tolle Landschaft…..fast so schön, wie die Lencois Marahenses nur fast.
    Hoffe Jannis geht es wieder besser. Sabrina deine Berichte sind saugut, bin ganz stolz auf dich.
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