Myanmar – Mandalay und Bagan

Endlich wieder Chaos, Lärm und Dreck! ? Der erste Eindruck war also schon mal gut von Myanmar… oder Birma… oder Burma, man konnte sich da bei der Namensgebung anscheinend nicht entscheiden.
Myanmar ist erst seit 2011 wieder relativ einfach bereisbar und das merkt man an jeder Ecke: die Touristenmassen fehlen (Bagan einmal ausgenommen), man wird öfter neugierig beäugt und leider ist es aufgrund der fehlenden Konkurrenz zum Beispiel in den Hotels verhältnismäßig teuer.
Das Land ist längst noch nicht so weit entwickelt wie zum Beispiel Vietnam, hier wirft man seinen Müll einfach noch in den Straßengraben und die hygienischen Bedingungen lassen manchmal sehr zu Wünschen übrig. Zum Beispiel darf man nur barfuß in die Tempel und dort liegen nicht selten Hundekot und allerlei Essensreste herum…über Fußpilz auch einfach nicht nachdenken und rein da! Des Weiteren funktioniert Selbstverständliches nicht so reibungslos wie in den tourismus-erfahrenen Ländern nebenan; ich schreibe diesen Text zum Beispiel in der Zeit, in der wir auf unseren Bus warten. Der 9-Uhr-Bus wurde einfach gestrichen und wir müssen auf den nächsten warten…lalala…laut anderen Reisenden keine Seltenheit.
Die beiden Tage in Mandalay verbrachten wir in einigen der tausenden Pagoden ganz in Weiß, Gold und/oder mit kleinen Spiegelstückchen verziert. Manche sehr hübsch anzusehen, andere schon nahe an Augenkrebs-Gefahr. Almut, du hättest dich wahrscheinlich übergeben ?
Selbstverständlich bestiegen wir den Mandalay Hill wieder unpassenderweise in der Mittagshitze, Timing ist nämlich nicht ganz unsere Stärke. Von oben hatte man dafür einen guten Rundum-Blick auf ganz Mandalay mit seinen hunderten, goldenen Pagodendächern und den Palast mitten in der Stadt.

Nach zwei Tagen Hardcore-Tempel-und-Palast-Watching verließen wir Mandalay Richtung Bagan ? Und da ging das Programm eigentlich nahtlos so weiter: Bagan ist nämlich bekannt für seine 2000 Tempel, Pagoden und Stupas aus dem 11. Jahrhundert, die vertreut auf einer Fläche von ungefähr 40 Quadratkilometer liegen. Gleich am ersten Morgen quälten wir uns bereits um vier Uhr aus dem Bett, um den berühmten Sonnenaufgang zu erleben. Wir kraxelten mit vielen anderen Schaulustigen auf eine der Stupas und bekamen trotz der frühen Stunde keinen Spitzenplatz. Es war trotzdem ein Traum! Der vom Boden aufsteigende Nebel hüllte die spitzen Dächer der Tempel und Stupas ein und ließ alles sehr mystisch wirken. Als dann noch die für Bagan typischen Heißluftballons am Himmel erschienen war das Bild perfekt ? Leider kostet der Spaß im Ballon 500 Dollar, sonst würden wir natürlich auch in einem der Körbe sitzen und uns das Ganze ohne Gerangel von oben aus anschauen. Den Rest des Tages besuchten wir die einzelnen Tempel, die alleine für sich nicht ganz so spektakulär waren. Dazu muss man aber sagen, dass wir zu diesem Zeitpunkt schon schwer abgestumpft waren…
Auch am zweiten Morgen hieß es wieder früh aufstehen, wir wollten den Sonnenaufgang nochmal von einer etwas abgelegeneren Stupa aus einer anderen Perspektive sehen. Hat sich auch wieder gelohnt, ich denke die Bilder sprechen für sich..
Anschließend erkundeten wir noch ein paar Kultstätten in unmittelbarer Umgebung, die manchmal sehr verwunschen zwischen hohem Gras lagen und uns genau deswegen viel besser gefielen als die vom Vortag.
Zum Sonnenuntergang wollten wir eigentlich wieder eine einsame Pagode besteigen, ein paar Feldarbeiterinnen hinderten uns aber daran…In Vietnam haben wir gelernt Luftballonfiguren für die Kinder zu knoten und wir hatten mittags an der gleichen Stelle mal wieder eines beglückt. Nun kamen die Frauen von allen Seiten und wollten eine Figur, sowas hatten sie noch nie gesehen. Gut, bis alle eine Giraffe, einen Hund oder Hasen hatten war die Sonne untergegangen ?

Leider reisen wir heute Nacht schon weiter Richtung Süden, da bis zum Rückflug nach Chiang Mai nur noch eine gute Woche Zeit bleibt…wer hat sich eigentlich diesen straffen Zeitplan ausgedacht?!??

6 thoughts on “Myanmar – Mandalay und Bagan

  1. Wirklich wunderschönes Myanmar! So verwunschen und entrückt! Und es sind auch für mich jede Menge herrliche Tempel dabei! 😉 Der Meisterfotograf hat aber auch die herrlichsten Motive festgehalten, der eine Blick aus dem Hotelfenster verrät ja doch, dass es auch anderes gibt….:-) Was bedeutet denn die Verzierung mit der gelben Paste? Seid gegrüßt!

    • Huhu, die Thanaka Paste ist so eine Art Make up hier, man soll besser aussehen mit ein paar Flecken davon im Gesicht ? Außerdem soll sie vor der Sonne schützen, die Haut aufhellen, Falten verhindern und und und.. Vielleicht sollte ich mir nen Pott davon mitnehmen. Lg

  2. Jetzt gehen Euch aber langsam die Länder aus – zumindest die in den warmen Regionen auf unserer Kugel. 😉
    Viele Grüße von Uto dem alten Mann aus dem Spessart.

    • Quatschi, da gibt’s noch sooooooo viele! Haben ja noch nicht mal mit Mittelamerika angefangen oder Indien oder in Indonesien gibt’s ja auch noch so viele Inselchen… Also 10 Jahre lassen sich bestimmt noch füllen ? Grüße von den zwei Kränkelnden

    • Ja oder! Man sieht fast nicht das ich sie zwinge! ?? Zu was für unmenschlichen Zeiten du dich bei uns auf der Seite rumtreibst… wir sind gerade aufm weg zum Bus, heute gehts nach Sukhothai! Grüße ins kalte Hamburg! Hat’s wirklich 10cm geschneit? Gottseidank hat Leon nen Alpakafell ?

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