Vietnam – Ho-Chi-Minh-City und das Mekong Delta

Ein Gewusel von Menschen und Motorrädern, moderne Hochhäuser neben französischen Kolonialbauten, fahrbare Suppenküchen überall, tausend fremde Gerüche und kleine Gässchen, in denen sich der Alltag der Vietnamesen abspielt: das ist Ho-Chi-Minh-City!
Genau in einem dieser Gässchen befand sich auch unser erstes Guesthouse. Auf dem Weg dahin konnte man schon einige Blicke in vietnamesische Wohnzimmer werfen, da bei jedem Haus tagsüber die Tür aufsteht. Da schlägt das Spanner-Herz höher sag‘ ich euch! Meist sitzen die Bewohner davor und bauen jeden Morgen eine kleine Garküche auf oder verkaufen Dinge des alltäglichen Bedarfs. Unsere Lieblings-Oma ein paar Häuser weiter saß den ganzen Tag auf ihrer Türschwelle, beobachtete die Durchkommenden und rauchte wie ein Schlot. Überall gab es so viel zu kucken!
Gleich am ersten Tag unternahm Jannis seine erste Probefahrt mit dem Motorrad eines Holländers, dieses genügte den hohen Ansprüchen von Herrn Dr. Eising aber leider nicht.
Anschließend gingen wir nichtsahnend in das Museum für Opfer des Vietnamkrieges. Was ursprünglich nur geplant war um der Mittagshitze zu entkommen, wurde zu einem verstörendem Erlebnis. In dem Museum wurden unter anderem Bilder von Kriegsfotografen ausgestellt, die die schrecklichen Verbrechen von damals festgehalten haben. Die Einzelheiten ersparen wir euch.. Jeder hat schon vom Vietnam-Krieg gehört, aber wirkliches Hintergrundwissen hatten wir nicht und waren entsetzt über die Grausamkeiten, die amerikanische Soldaten der vietnamesischen Bevölkerung antaten. Sicherlich etwas einseitig dargestellt, aber die Bilder gingen uns sehr lange nach…

Der Tag darauf stand ganz im Zeichen der Motorrad-Suche und letztendlich wurden wir bei einem deutschen Backpacker fündig, der uns mit blutendem Herzen seine Honda Win verkaufte. Wir waren noch einige Tage damit beschäftigt allerlei Zubehör zu besorgen, einige Reparaturen zu erledigen und zwei Halter für unsere Rucksäcke anschweißen zu lassen. Zwischendurch war aber immer ein wenig Zeit für Sightseeing der alten französischen Gebäude, Chinatown und einem Café im 52. Stock. Meist mit dabei Mone, die wir in unserem Guesthouse kennengelernt hatten.
Bevor die große Fahrt Richtung Norden aber startete, buchten wir noch eine 2-Tages-Tour ins Mekong-Delta, da diese einem überall an’s Herz gelegt wird. Naja, am ersten Tag unternahmen wir zwar viel, aber nichts so richtig. Nach zwei Stunden Anfahrt verfrachtete man uns auf ein Boot und wir fuhren erst einmal einen „floating market“ an, einen schwimmenden Markt. Hier waren ganze 10 Boote zu finden, die nicht mal alle was verkauften. Anschließend durften wir in einem Restaurant vietnamesischen Honigtee probieren.. auch nicht soooo special ?
Danach schauten wir bei der Produktion von Reis- und Kokos-Süßigkeiten zu und zur weiteren Belustigung wurde eine Wanne Puffreis hergestellt. Ja Conny, da hättest du dich reinlegen können ? Weiter ging es in ein Boot, dass wie eine Gondel in Venedig aussah und auch ähnlich von einer Frau angesteuert wurde. Hiermit fuhren wir in einen kleinen matschigen Kanal mit gar nicht mal so wenig Müll. Hinterher bekamen wir in einem Restaurant etwas Obst und eine leicht seltsame Musical-Vorstellung geboten. Gut, da wir die vietnamesische Sprache zum Brüllen finden, war dies wenigstens unfreiwillig lustig. Danach noch ein kleiner Walk über eine Mekong-Insel, dann zum Lunch und anschließend konnte man noch eine halbe Stunde Fahrrad fahren, aber nur wenn man schnell genug gegessen hatte. Seit der Ankunft am Bootsanleger waren gerade einmal 4 Stunden vergangen, ihr könnt euch also ausrechnen, wie lange Zeit man für einen Punkt auf der Liste hatte…

Dann begann der schöne Teil des Tages: wir verabschiedeten uns von unserer Gruppe (da irgendwie alle nur eine Tagestour gebucht hatten) und wurden noch eine ganze Stunde weiter den Mekong hoch geschippert. Sehr interessant wie die Menschen hier am Fluß leben und arbeiten. Übernachten sollten wir in Can Tho, wie wir dachten ein kleines Dorf am Mekong. Ja, die ländliche Idylle mitten in der Natur stellte sich als 1,5 Millionen Stadt heraus…wieder mal schlecht informiert wir beiden ? Schön war es hier trotzdem, am Fluss gab es eine Promenade zum Schlendern, überall blinkten unzählige, für Asien typische bunte Lichtchen und der Reishut ist noch ein typisches Alltags-Accessoire.
Der zweite Tag begann interessant mit einer weiteren Bootstour zu Vietnams größtem schwimmenden Markt, hier gab es um einiges mehr zu kucken als tags zuvor. Nach dem wieder etwas überflüssigen Besuch einer Reisnudel-Produktion und einer erneuten Radtour traten wir den Rückweg nach Ho-Chi-Minh an. Hier sollte nach einer kurzen Nacht das Abenteuer Richtung Norden starten, dazu bald mehr!

P.S.: Ho-Chi-Minh verlassen wir wirklich ungern, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und irgendwie hat es uns die Stadt angetan ?

14 thoughts on “Vietnam – Ho-Chi-Minh-City und das Mekong Delta

  1. Na ihr zwei, da habt ihr ja wieder viel erlebt. Die Anti -Smog Verkleidung finde ich super, könnte man hier auch gebrauchen. Viel Spaß noch und weiterhin so tolle Fotos. Lg Marion

  2. Hi ihr zwei!
    HCM macht einen sehr interessanten Eindruck, zumindest ohne Kind… 😉 Tollen Mundschutz habt ihr zwei da gefunden! Haben die Motive was mit der tragenden Person zu tun? Ich wünsche Euch viel Spaß bei der weiteren Reise mit Maschine! Passt schön auf, gel?! Und esst ganz viel Fischsauce, pho und bun bo für mich mit!

    • Nee nee, ich das Kätzchen und er das Lamm oder wie? Wir haben einfach nur die behindertsten ausgewählt, die es gab. Pho und Bun Bo ist leider immer aus Rinderbrühe gemacht, somit hab ich hier echt die Arschkarte. Gestern haben wir Lau gegessen, das ist ein Hotpot voller Brühe am Tisch, in dem man allerlei Gemüse, Pilze und Tofu kocht, ein Gedicht! Gibt es aber auch meist nur mit Fleischbrühe ? Lg aus irgendwo in Vietnam

  3. Ohje, mit motorrad durch vietnam….dann mal gute fahrt!
    vietnamkrieg……. die gräuel der amerikaner waren brutal……heute noch genauso, wie damals!!
    wünsche euch nee schöne zeit!
    lg
    beate

  4. Ich hoffe, ihr habt bei der puffreisproduktion mitgeschrieben! Dann kann ich mir endkich meinen großen traum der eigenen puffreisfabrik erfüllen. ?
    Ich würde sagen, das war die wichtigste erfahrung eurer ganzen reise! Dann könnt ihr jetzt auch wiederkommen. Besser geht nicht!

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