Myanmar – Ngwe Saung und Yangon

So langsam konnte man immer mehr Parallelen zwischen Myanmar und Südamerika erkennen. Alleine die Busfahrt von Yangon nach Ngwe Saung (gebt euch keine Mühe, wir können es auch nicht aussprechen) hätte auch in Peru stattfinden können: der Bus war völlig versifft, die Straße grauenvoll und durch die ständigen Stopps zum Einladen der Leute benötigt man 6 Stunden für 240 km.
Die vorangegangene Nachtfahrt von Bagan nach Yangon war nicht ganz so unbequem, hier versuchte man uns lediglich mit der Klimaanlage zu töten.
Fix und fertig kamen wir also an unserer Unterkunft in Ngwe Saung an und stellten kurz darauf fest, dass es hier keinen Kühlschrank gab. Leider sind durchgehend laufende Aggregate im ganzen Dorf eine Seltenheit und so musste ich mal wieder wie auf der Isla Grande in Kolumbien bei den großen Luxusresorts um einen Kühlschrankplatz für meine Medis betteln. Gottseidank wurde ich bald fündig und die drei Tage Nichtstun konnten beginnen ?
Manch ein Myanmar-Erfahrener wird jetzt sagen: „Wie? Ihr könnt doch nicht am Strand abhängen! Es gibt noch so viel zu sehen! Was ist mit dem Inle-See oder den Ruinen bei Mrauk U?“
Unsere Antwort: Wir sind müde. Die letzten Wochen/Monate waren traumhaft, aber auch sehr anstrengend und wir sehnten uns schon länger nach einer Pause. Zwar nur eine kleine, aber die drei Tage Strand taten ungemein gut. Und wir haben uns eine kleine Schreibpause gegönnt….

 

 

 

NEEEIIN, da würde euch doch glatt langweilig werden! Bei der Arbeit, aufem Klo, beim Nase popeln oder wobei ihr sonst die Zeit findet den Blog zu lesen.
Der Strand in Ngwe Saung sah aus wie ein Bild in einem Reisekatalog mit all den Palmen und seiner stattlichen Länge von 8 Kilometern. Zum Abschluss jeden Tages gab es noch dazu einen grandiosen Sonnenuntergang: orange, blutrot und lila, alle Farben waren dabei ?Auch bei der Unterkunft hatten wir einen absoluten Glücksgriff, eine einfache Palmhütte weit weg von den großen Resorts mitten unter Einheimischen. Gut, die kreischenden Hähne jeden Morgen hätte man von mir aus auch in den Backofen schieben können, aber das gehört nun mal dazu.
Bevor unser Blutdruck ins Bodenlose sinken konnte, verließen wir das Paradies am Golf von Bengalen in Richtung Yangon. Die Busfahrt schüttelte uns wieder unsanft in die Wirklichkeit zurück, mehrere Personen an Bord übergaben sich…Hallo Myanmar, da sin wa wieder!

Yangon, die ehemaligen Hauptstadt Myanmars, erwartete uns mit einem bunten Allerlei an Kulturen: deplatziert wirkende britische Kolonialhäuser, chinesisches Viertel voller Garküchen und an manchen Ecken fühlte man sich aufgrund der vielen indischen Einwohner wie in Mumbai oder Delhi.
Selbstverständlich gab es auch wieder einige Pagoden und Stupas zu besichtigen, die wir aber alle bis auf eine links liegen ließen. Wir besuchten lediglich die berühmte Shwedagon-Pagode, die sich schon durch ihre gewaltigen Ausmaße von allen anderen abhob. Bling Bling wohin das Auge schaute! Bei den circa 60 Tonnen Gold die da auf der Kuppel hingen, bekamen wir große Lust die Spachtel auszupacken und unsere Reisekasse etwas aufzubessern. Seltsamerweise waren wir bei dieser Haupt-Sehenswürdigkeit wieder fast die einzigen Bleichgesichter…ob das am Rohingya-Konflikt liegt oder immer so ist, können wir aber nicht sagen. Die Einheimischen waren ganz erpicht auf Bilder mit uns und eine Burmesin nahm für ein Foto sogar meinen Arm und legte ihn um sich ?
Ein guter Weg um sich Yangon und das Umland auf bequeme Art noch etwas näher anzuschauen ist eine Rundfahrt mit der Bahn, denn bei der dreistündigen Tour konnten wir mehr vom wirklichen Myanmar sehen als in den gesamten zwei Wochen zuvor. Das Leben findet direkt an den Gleisen statt: es wird Volleyball gespielt, kleine „Restaurants“ stehen dicht an dicht und das Gleisbett eignet sich hervorragend als Wäschetrockner. Leider sah man auch die unschönen Ecken mit Müllbergen und Kindern, die in Tümpeln voller Abfall planschten. Oft stank es zum Himmel..wir trugen einen klitzekleinen Kulturschock davon.

Zwei Wochen voller Pagoden, Traumstränden und lustigen Gesichtsbemalungen gehen zu Ende und wir sind sehr froh uns spontan für dieses spannende und noch sehr ursprüngliche Land entschieden zu haben. Wer dieses Fleckchen Erde sehen möchte, der möge bald seine Koffer packen.

Auf Wiedersehen Myanmar, Hallöchen Thailand!

Outandabout in Myanmar YouTube play

 

10 thoughts on “Myanmar – Ngwe Saung und Yangon

  1. Wieder sehr tolle, beeindruckende Fotos und Filmchen. Besonders der Einsiedlerkrebs ist spitze. Hoffentlich läuft er nicht in die falsche Richtung. Viel Spaß euch in Thailand. Lg. Marion

    • Huhu ihr alle, Ja der Krebs war super! Leider ist er vom Wasser weggelaufen… wollte sich auch nicht davon abbringen lassen, hatte sich nen Termin an Land. Grüße von Flughafen Yangon ??

  2. Also wirklich, Jannis, so in der Landestracht gekleidet sieht es aus, als würds du da hin gehören…:-) Die Szene sieht so harmonisch und friedlich aus! Überhaupt finde ich, dass die Menschen immer ordentlich und farbenfroh gekleidet und geschäftig in teils wirklich sehr schäbiger und schmutziger Umgebung unterwegs sind…wie z. B. die Obstverkäuferin. Da haben wir wohl ganz andere Prioritäten, die nicht unbedingt richtiger sein müssen ;-)….und dass es dort immer deutlich über dreißig Grad sind, kann man sich bei unserem momentanen Schlackerschnee-Wetter auch wirklich gar nicht vorstellen…ich schick euch hier mal einen winterlichen Hauch zur Erfrischung!?

    • Gell! Aber ne aber ne… Yangon war dann doch nicht so unser. Mandalay hat uns da schon besser gefallen! Wenn man sich hier so umschaut könnte man denken die kennen Hosen nicht ? Alle tragen Röcke und rausgeputzt sind sie wirklich alle! So eine kleine Schlackerschnee-Abkühlung wär schon was ?

  3. Myanmar bekommt von mir den ersten Preis für die goldenen Farben der Natur! Das Gold der Pagoden ist auch sehr beeindruckend, aber wir wissen ja wie sowas aussieht, weil sich mancher, zwar nur grämmchenweise damit schmückt.
    Umwerfend finde ich die Wellen im Sonnenuntergang und auch die Stimmung von Steine am Strand. Jannis, einfach nur Wahnsinn!!
    Die hüpfenden Heißluftballons im Sonnenaufgang finde ich auch sehr witzig 🙂
    Eure Zugfahrt war bestimmt sehr lustig, bei den Schunkelgleisen. So schöne geschwungene Gleise gibt es bei uns ja leider nicht mehr….

  4. Hello 🙂 ich hab es auch mal wieder geschafft! Jannis, das Röckchen kleidet dich wirklich außerordentlich gut, wobei sich Sabbah optisch trotzdem besser einfügt 🙂 Wurde Sie schon nach ihren asiatischen Vorfahren gefragt?
    Tolle Idee mit den Ballon-Tieren! Ich bin überrascht von Eurer sozialen Ader 🙂
    Liebe Grüße aus dem Laufachtal und einen schönen dritten Advent!
    Dankeschön für die Weihnachtskarte! Olivia war begeistert von den Bildern!
    Ein bisschen Angst habe ich vor Eurer Eingliederung…

    • Warum bist du von unserer sozialen Ader überrascht?! Sind wir sonst so asozial? ? keiner findet hier, dass ich asiatisch aussehe, dabei kann ich doch fließend Thai „kap krap tok nam“ ?

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