Roadtrip Vietnam – Nationalpark Bach Ma und Hue

Der Weg von Hoi An zum Bach Ma-Nationalpark war ein Träumchen für sich! Da in diesem Teil Vietnams die Berge bis ans Meer heranreichen, hatten wir bei der Fahrt einen gigantischen Blick von oben auf weiße Sandstrände und kleine, türkise Badebuchten. Am Eingang des Nationalparks buchten wir für eine stolze Summe eine Nacht in einer alten, französischen Villa auf dem höchsten Berg des Parks. Sieglinde parkten wir beim nahegelegenen Restaurant, da Motorräder leider keinen Zutritt zum Park hatten. Kurz vor Aufbruch entstand erst einmal ein Tumult um unsere Rucksäcke, einer der Parkwächter vermutete nämlich Gleitschirme für Paragliding darin und das ist im Park nicht erlaubt. Wäre ja nicht schlecht, wenn wir mit den Backpacks jetzt auch noch fliegen könnten?
Hier hätten wir uns aber schon wundern sollen, warum der gute Mann anscheinend noch nie solche Rucksäcke gesehen hat…
Ein Fahrer brachte uns tief hinein in den wunderschönen, hügeligen Dschungel und setzte uns bei unsere Villa ab. Diese hatte ihren Namen aber nicht wirklich verdient, von außen noch ganz hübsch anzusehen, waren die Zimmer darin aber muffig, dreckig und alles ziemlich klamm ? Bis auf ein paar Angestellte waren wir hier völlig allein und uns wurde gesagt, wir wären die ersten Deutschen im Hotel. So ganz glauben konnten wir das aber nicht…
Dass wir nicht zu viel Zeit in unserem Mief-Zimmer verbringen mussten, nahmen wir gleich darauf den Gipfel-Walk in Angriff; oben angekommen standen wir aber mitten in einer Regenwolke und die Sicht war gleich Null. Zu allem Überfluss hatte es sich auch noch ein Blutegel an meinem Bein gemütlich gemacht und saugte munter meinen Lebenssaft ? Mit Salz war das Vieh zwar schnell verjagt, aber aus seinem Bohrloch blubberte es noch lange nach. Wenigstens soll das Getier ja gut gegen Rheuma sein…

Nach einer unglaublich ruhigen Nacht, so ohne Hupen und Motorradlärm, sollte sich das Blatt aber doch noch zum Guten wenden. Wir starteten den Vier-Seen-Trek, an dem man sich quasi mit einem Seil entlang eines Flusslaufes und dessen Wasserfälle hangelte. Das war trotz des Nebels sehr, sehr schön und außer uns war keine Menschenseele unterwegs. Danach verlängerten wir unsere Tour noch zu einem unglaublich hohen Wasserfall, zu dem man fast 700 Stufen in die Tiefe steigen musste. Blöderweise musste man diese auch wieder hinauf und uns lief der Schweiß in Strömen herunter als wir voller Selbsthass den Rückweg bewältigten. Obwohl wir äußerst sexy unsere Socken über die Hose gestülpt hatten, mussten wir immer mal wieder einen Stopp einlegen um Blutegel-Ernte zu betreiben. Die Kleinsten ihrer Art bissen sich nämlich sogar durch die dicken Trekking-Socken, Mistviecher.
Nach unserer sechsstündigen Wanderung wurden wir zurück in die Zivilisation gebracht.
Der Nationalpark ist mal wieder ein richtiges Abenteuer gewesen, herrlich!

Unten angekommen erwartete uns eine beleidigte Sieglinde, die sich aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit einen Platten zugelegt hatte. Und so mussten wir sie noch einen Kilometer durch ein Dorf zum nächsten Mechaniker schieben. Innerhalb kürzester Zeit wussten alle Bewohner, dass zwei Langnasen in ihrem Bezirk unterwegs sind und so stellte man sich an die Straße und schaute uns beim Schieben zu. Nach einer kurzen Schlauch-OP, ging die Fahrt dann nach Hue. Reimt sich, höhö ?

Hue als Stadt an sich war eher eine nichtssagenden Angelegenheit, nach Hoi An etwas ohne Charme, auch wenn man das durch die auto- und mopedfreie Innenstadt versucht zu ändern. Zu Bestaunen gab es hier die berühmte Zitadelle, die frühere Residenz des Kaisers. Hat uns trotz des gigantischen Gartens irgendwie nicht umgehauen das Ding… Da waren die Kaisergräber etwas südlich der Stadt schon sehenswerter, da alleine die Lage am Parfüm-Fluss und die grünen Hügel außen herum eine tolle Kulisse darstellten. In Hue gab es auch das mittlerweile dritte Wiedersehen mit Mone, irgendwie verfolgt uns die Gute ? Nach zwei Tagen bekamen wir wieder Hummeln im Hintern und Sieglinde wollte ausgefahren werden, also weiter in Richtung der wundervollen Höhlen von Phong Nha!

 

6 thoughts on “Roadtrip Vietnam – Nationalpark Bach Ma und Hue

    • ? so soll es sein! Vergesst eure Umgebung/Alltag und taucht mit uns für einige Minuten in eine andere Welt ein! Erholung pur! Und das beste, wir machen für euch die ganze Arbeit! Sieglinde andauernd zur Werkstatt begleiten, 4 Stunden im Dauerregen Motorrad fahren! ? Peace Dude!

  1. Hey ihr zwei Abenteurer! Ich genieße euren Bericht samt der wahnsinns Fotos gerade als Morgenlektüre und starte so gleich viel erholter in den Tag ? Vietnam ist echt der hammer!
    Wo geht’s als nächstes hin?
    Viele herbstliche Grüße aus der Heimat,
    Lisa

    • Hey Lischen, sind gerade bei den Phong Nha-Höhlen, die Landschaft ist ein Traum sag ich dir ? Bilder gibt’s bald. Vietnam ist echt mega, im Moment würde ich sagen das beste Land bisher, aber das muss man mit ein bisschen Abstand betrachten. Übermorgen fahren wir nach Ninh Binh weiter, eine weitere Traumlandschaft! Verregnete Grüße

  2. Hi ihr zwei super schieber……
    also ich hätte sieglinde schon längst entsorgt!!!!
    sabrina, nicht neidisch auf deine kühle meditasche sein, stell dir mal vor….du würdest sonst in meinem/deinen bauch verschwinden!

    gute weiterfahrt!
    gruss aus milfontes

Schreiben Sie einen Kommentar zu outandabout Antworten abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .